"Inflation ist nicht mehr unser Problem" - These weiter bestätigt
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 1. Juli 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
Heute vor einer Woche hieß es hier in einer Zwischenüberschrift: "Inflation ist nicht mehr unser Problem". Der Grund für diese Worte: Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte blieb im Mai 2011 gegenüber dem Vormonat April unverändert.
"Inflation ist nicht mehr unser Problem" - These weiter bestätigt
Wie das Statistische Bundesamt nun am Dienstag mitteilte, lag der Index der Einfuhrpreise zwar im Mai 2011 um 8,1% über dem Vorjahresstand (April + 9,4%, März + 11,3%), allerdings fiel der Index gegenüber dem Vormonat April 2011 um 0,6%. Dies war der erste Rückgang zum Vormonat seit Oktober 2010.
Und auch hier fiel der Preistreiber Nummer 1, Energie, um 2,9% gegenüber dem Vormonat zurück.
Die Tendenz setzt sich also fort und die Inflation scheint weiterhin beherrschbar.
Der Index der Ausfuhrpreise lag im Mai 2011 um 3,8% über dem Stand von Mai 2010 (April +4,2%, März + 4,9%). Bezogen auf den Vormonat April stieg der Ausfuhrpreisindex im Mai um 0,1%.
Der Verbraucherpreisindex wird sich nach bisher vorliegenden Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes auf Basis der Schnellschätzung aus sechs Bundesländern im Juni 2011 voraussichtlich um 2,3% gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen. Gegenüber Mai 2011 wird er voraussichtlich um 0,1% steigen.
Auch hier also alles in gemäßigten Bahnen.
Positive Konjunkturentwicklung beflügeln Verbraucherstimmung
Das für Juli berechnete Konsumklima-Barometer stieg überraschend von 5,6 auf 5,7 Punkte, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag mit. Die 2000 befragten Verbraucher sorgten mit ihren Antworten für den ersten Anstieg seit vier Monaten.
Preisentwicklungen auf dem US-Häusermarkt keinesfalls positiv zu werten
Die Preise für US-Wohnimmobilien in ausgewählten Ballungsgebieten sind im April erneut gesunken und kosteten 0,1 % weniger als im März. Dies geht aus dem Index von Standard + Poor's/Case Shiller hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Case Shiller Home Price Index notiert im April bei -3,96. Einen Monat zuvor hatte der Index bei -3,77 % gestanden. Damit wurde der Vormonatswert von -3,61 % nach unten revidiert.
Im Gegensatz zu den eben genannten Preistendenzen in Deutschland sind die Preisentwicklungen auf dem US-Häusermarkt keinesfalls positiv zu werten.
Insgesamt liefern die ganzen Daten von heute keine neuen Erkenntnisse, bestätigen aber den Eindruck, den man zuletzt gewinnen konnte - und letztlich ist auch dies durchaus informativ.
Damit wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende
Sven Weisenhaus