Inflation – ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag
vom "Mogambo Guru" in Investors Daily
vom 10. Juni 2003 18:00 Uhr
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Für den heutigen Artikel danke ich Philip Spicer, einem netten Mann, der offensichtlich mehr Geld hat, als er braucht – denn er hat mir ein kostenloses Exemplar seines Buches "Fiat Money Inflation in France" geschickt, das mich zu diesem Artikel inspiriert hat. Weil sein Buch keine Bilder oder Grafiken hatte, dachte er vielleicht, ich würde es ungelesen einfach auf den Haufen mit den anderen Büchern werfen, die auch keine Bilder haben.
Aber da hatte er Unrecht. Ich habe dieses Buch gelesen, und ich bin froh, dass ich das getan habe – denn ich war verzweifelt auf der Suche nach einem Thema, über das ich schreiben konnte. Also, ich werde jetzt mal meine kurze Inhaltsangabe dieses 120seitigen Büchleins abgeben. Hier ist sie: Die Franzosen stürmten am 14. Juli 1789 die Bastille, und dann begannen sie, immer mehr Geld auszugeben, und bis 1797 war das Geld nahezu wertlos geworden, weil die Preise dank des Überangebots an Geld so hoch geklettert waren, dass das Land immer tiefer in ein großes Loch fiel. Bis Napoleon an die Macht kam und Europa in ein Leichenfeld verwandelte, und die Franzosen gegenüber Leuten, die Englisch sprachen, sehr unangenehm wurden – was sie eigentlich bis heute beibehalten haben.
Inflation kommt – heute wie damals – von der Idee, dass die Vermehrung der Geldmenge eine gute Idee ist, und dass man dadurch Reichtum erreichen kann. Heute hört man weniger "Inflation ist gut", sondern vielmehr "das Verhindern einer Deflation ist gut".
Das breite Muster von allen Inflationen, modernen wie historischen, ist dasselbe. Das erste Ergebnis einer Erhöhung der Geldmenge ist normalerweise die "Erholung", die die Inflationisten wie die anderen anstreben. Später zeigen sich dann aber die weniger angestrebten und giftigen Effekte. Und was sind diese giftigen Effekte? Ich dachte schon, Sie fragen nie! Inflation ermutigt letztlich Fehlinvestitionen, Spendierfreudigkeit, Spekulation und Zockerei – auf Kosten der Produktion.
Da die Fed seit Dekaden die Geldmenge drastisch erhöht, will ich mal sehen, ob wir ein paar Anzeichen dieser "giftigen Effekte" finden können. Haben wir ... hm ... lassen Sie mich die Liste ansehen ... Fehlinvestitionen? Ja, jede Menge! Es gibt überall Überkapazitäten, und eine große Regierung, die auch eine große Fehlinvestition ist! Haben wir Spendierfreudigkeit? Ja! Die Sparrate ist effektiv bei fast Null. Haben wir Spekulation? Ja! Die Leute kaufen auch in dieser Minute Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis, das man sonst nur in den wildesten Träumen der Broker und bei Neuemissionen zu absoluten Boomzeiten sieht!
Wie sieht's mit "Zockerei" aus? Haben wir Zockerei? Ja, und man kann kaum eine Straße langgehen, ohne an einem Kasino vorbeizukommen, aus dem gerade jemand mit leeren Taschen herauskommt.
Es ist einfach, die Geldmenge zu vergrößern; aber wie schwer ist es, ein Überangebot zu verhindern? Nun, ich meine, es ist nicht schwierig, das Geldangebot zu managen – sondern es scheint unmöglich zu sein! Aber man kann doch immer noch einwenden, dass eine Inflation auch den vorhandenen Reichtum zerstört und dann alle Leute wieder unter gleichen Vorrausetzungen starten können, oder? Heben Sie Ihre Hand, wenn Sie derzeit amerikanische Aktien mit einem KGV von 35 kaufen. Heben Sie Ihre Hand, wenn sie derzeit überteuerte Häuser in den USA kaufen, in der Hoffnung, dass die Preise weiter steigen werden.
Jetzt sehen Sie ihre Hand an. Wenn Sie eine Süßigkeit halten, dann sind Sie dick. Wenn Sie die Hand von jemand anderem halten, dann sind Sie verliebt. Wenn Sie Ihre Hand in der Höhe halten, dann sind Sie ein(e) Spekulant(in) – also eine Person, die laut dem Universitätsprofessor White die schlimmste Person der Welt ist. Hahaha! Nun, weiter. Inflation stimuliert zuerst Überproduktion, lässt dann aber die Industrien brachliegen. Nun sehen Sie sich um!
In den USA hatten wir nicht nur Überproduktion, sondern auch Überkonsum. Kennen Sie einen Amerikaner, der einen Speicher hat, der nicht mit allem möglichen Krimskrams überquillt? Tja, und was ist mit der Zukunft? Um auf das Buch zurückzukommen – eine Inflation löste letztlich die französischen Wirtschaftsprobleme nicht. Die Arbeiter hungerten. Man konnte ihren Hunger nur beseitigen, indem man sie zum Militär einzog und dann in andere Länder schickte, wo sie im Krieg getötet wurden. Die inflationäre Periode der Franzosen endete mit Napoleon. Die inflationäre Epoche der Deutschen – im Jahr 1923 – endete schließlich bei Hitler. Kommt da nicht die Frage auf, wo die USA enden werden, wenn sie wirklich die erstrebte Inflation bekommen