Inflation als Sanierungsmaßnahme der Staaten
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 9. Juli 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
- Inflation
Bleibt zum guten Schluss die Inflationierung übrig. Eine Variante, der man sich nicht leicht verschließen kann - zum einen will man ja der Deflationsspirale aus dem Weg gehen, zum anderen haben die Notenbanken den Weg ja bereits eingeschlagen (Defizite werden bereits direkt aus der Druckpresse finanziert - aufgeblasene Zentralbanksbilanzen - direkte Aufkäufe der Schulden durch die Notenbanken).
Ich möchte ja nicht unterstellen, dass es für so manchen schon eine sehr verlockende Methode sein kann. Schließlich tilgt man kurzfristig Schulden und im Moment ist im Angesicht dessen, dass sowieso nichts läuft (unterausgelastete Kapazitäten) die Inflationsfront noch sehr weit weg.
Wenn, ja, wenn das Wörtchen Wenn nicht wäre! Hach wenn da nicht auch all die Gefahren wären, wie beispielsweise eine Hyperinflation. Natürlich beruhigen die Zentralbanken: würden wir nieee zulassen, vorher steuern wir ganz gezielt dagegen! Na, ob das wohl klappt?! Ich bin mir da nicht so sicher. Geld zu verteilen ist nicht schwer, aber es genauso schnell auch wieder abzuziehen? Das könnte umso schwerer werden. Denn wie heißt es doch so schön in Goethes Zauberlehrling: "Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!"
Na ja, ich wünsch' jedenfalls nicht nur den ZBs alles Glück der Erde bei diesem Vorhaben, sondern vor allem uns allen, denn wir können es mit Sicherheit besser gebrauchen. Wenn die Staaten wirklich diesen Weg des Schuldenabbaus gehen (müssen), dann sanieren sie sich vor allem über Eines: unsere Vermögen!!
So long liebe Leser....Um noch einmal gezielt nur auf die USA zurückzukommen: Ja, so lange ein Inflationswachstum offenkundig keine Gefahr ist, so lange offenkundig eine Deflationsspirale Angst schürt, wird sich FED-Chef Bernanke immer an die Zeit der Great Depression vor so vielen Jahrzehnten und vor allem an die seiner meiner Meinung nach, gemachten Fehler erinnern. So lange wird die Druckpresse immer ein Mittel seiner Wahl sein...Und nun steht möglicherweise noch ein zweites Konjunkturpaket an! Wer soll das bezahlen? Wir Ausländer, die wir nicht wollen, dass unser Leitpott absäuft? Möglich, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt - nur bis zu dem Punkt, an dem unsere Hoffnungen auf eine rasche Erholung nicht enttäuscht werden. Bleibt also noch die FED, die schon einmal anfangen kann, die Druckmaschinen zu ölen!....so viel fürs Erste dazu....ich verabschiede mich nun für heute und hoffe wir lesen uns morgen wieder beim Wochenrückblick...
Ihre Miriam Kraus