Infineon leidet unter Berichten über Verlustprognosen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 22. November 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtete heute unter Berufung auf ein internes Vorstandspapier, dass Infineon für das neue Geschäftsjahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mehr als 200 Mio € erwarte. Der Kurs der Infineon Aktie brach zeitweise auf 9,64 € ein und konnte sich dann bei einem Niveau von 9,90 € –4,5 % stabilisieren.
Schnell kamen Zweifel an den Zahlen auf und Seitens einiger Marktbeobachter wurde vermutet, dass es sich bei den Zahlen wohl um eines von mehreren möglichen Szenarien handeln müsse. Denn es ist logisch, angesichts der großen Schwankungen der Chippreise ist eine verlässliche Prognose auf so lange Sicht nicht nachvollziehbar. Zu viele Einflüsse werden den Umsatz und Gewinn von Infineon beeinflussen. So kann man die Verwunderung der Marktbeobachter und ihren Erklärungsversuch durchaus verstehen.
Solche Nachrichten sind aber leider doch immer wieder geeignet einige Anleger panikartig aus einer Aktie zu treiben. Panik ist zumeist ein schlechter Ratgeber. Mich würde es nicht wundern, wenn Infineon einen Großteil seiner anfänglichen Verluste wieder gut machen würde. Aber trotzdem sollte man die Zahlen im Hinterkopf behalten.