Infineon – langsames aber stetiges Wachstum
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 20. Januar 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Es sind auch auf den zweiten Blick erfreuliche Zahlen, die Infineon da abliefert. Auch wenn der Ausblick ebenso wie bei den anderen Chipherstellern noch verhalten ist.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 zum 30. September hat Infineon einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 31 Mio € zu verzeichnen, ein deutlicher Zuwachs zu den 292 Mio € des Vorquartals. Im Vorjahresquartal hatte Infineon sogar noch einen Verlust von 564 Mio € zu verzeichnen. Auch beim Umsatz konnte das Unternehmen um 47 % auf 1,52 Mrd € zulegen. Analysten hatten mit einem Umsatz von 1,52 Mrd € gerechnet. Den Umsatzanstieg begründet Infineon mit einer gestiegenen Nachfrage nach Speicherprodukten und Chips für die Mobilkommunikation.
Interessant ist bei Infineon noch, dass besonders die DRAM-Sparte (Speicherchips) erstmals seit längerem wieder im den Gewinnbereich gelangen konnte. Hier wurde ein operativer Gewinn von 29 Mio € erzielt. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal war hier noch ein Verlust von 375 Mio € angefallen.
Trotz dieser Zahlen sieht Infineon noch keine nachhaltigen Trendwende in der Halbleiterbranche. Doch es zeichne sich eine Stabilisierung ab. Das entspricht so im Groben auch den Erwartungen der anderen Chiphersteller. Infineon sieht dabei optimistisch in die Zukunft. So erwartet das Unternehmen eine stabile Nachfrageentwicklung in den meisten Segmenten.
Und auch hier hört man verhaltene Töne für das erste Halbjahr 2003. Infineon rechnet damit, dass der Preisdruck in den nächsten Quartalen noch anhalten werde. Im zweiten Halbjahr solle es dann besser werden.
Aufgrund dieses Ausblicks versteht man, dass Infineon nach dieser Nachricht 2,03 % auf 7,72 € verliert. Aktuell drängt sich ein Kauf nicht auf. Erst wenn sich eine allgemeine Trendwende an den Märkten abzeichnet, sollte Infineon wieder auf der Kaufliste stehen.