Infineon doch schlechter als erwartet!
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 08. November 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Infineon (WKN 632100) hat heute enttäuschende Zahlen geliefert, aber auch einige positive Aspekte sind zu erkennen. So ist der Chiphersteller im vierten Quartal wegen Abschreibungen auf Lagerbestände, Steuer – Wertberichtigungen sowie dem Preisverfall der Chips tiefer in die Verluste gesunken als erwartet. Der Nettoverlust erhöhte sich auf 506 Mio € nach zuvor 76 Mio €. Der Verlust vor Steuer und Zinsen (Ebit) kletterte von 107 Mio € auf 292 Mio € Analysten hatten mit einem Verlust von 215 Mio € gerechnet. Der Quartalsumsatz sank im Vergleich zum Vorquartal um 1 % auf 1,38 Mrd €., stieg aber um Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 30 %. Das sollte man zumindest beachten. Analysten hatte dort auch nur einen Umsatz im Schnitt von 1,33 Mrd gesehen.
Im gesamten Geschäftsjahr verbuchte Infineon einen Umsatz von 5,21 Mrd €, nach einem Umsatz von 5,67 Mrd € im Vorjahr und einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 1,14 Mrd €, nach zuvor 1,02 Mrd €.
Beim Ausblick sieht Infineon keinen nachhaltigen Anstieg der Nachfrage in nächster Zeit. Allerdings sei eine Stabilisierung der Nachfrage im Bereich der Mobilkommunikation und ein Anstieg im Bereich Automobilelektronik zu verzeichnen.
Trotz der schlechteren Zahlen bekräftigt Infineon die langfristigen Ziele durch eine Verdopplung des Weltmarktanteils auf 6 % unter die vier größten Chiphersteller zu kommen. Im Moment wird Infineon auf Platz 6 gesehen.
So schlecht die Zahlen auch auf den ersten Blick sein mögen, so gibt es doch Anlass zu Hoffnung für den Kurs von Infineon. Wie gesagt, der Umsatzanstieg in diesem Quartal zum Vorjahresquartal und die Stabilisierung der Nachfrage im Bereich Mobilkommunikation und Automobilelektronik können erste Anzeichen für eine generelle Stabilisierung sein. So verwundert es nicht, dass der Kurs von Infineon nach einem anfänglichen Kursverlust von über 10 % zwischenzeitlich sogar wieder im Plus war. Im Moment scheint sich der Kurs bei einem Niveau von 9,60–9,90 € zu stabilisieren, ca –4–5 %.