Industriemetalle mit angezogener Handbremse
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 07. November 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Wie gesagt ... dass die Industriemetalle bei der Gold- und Silber-Rallye nicht recht mitziehen wollen, stimmt mich vorsichtig. Dabei ist es vor allem der neben Nickel vormalige Top-Performer, das Kupfer, das zuletzt absolut nicht mehr von der Stelle kommt:
Das markante absteigende Dreieck - und damit eine von der Tendenz bearishe Formation - dominiert den Kursverlauf nach wie vor. Gedrückt durch den Mai-Abwärtstrend bei aktuell 7.700 Dollar gelingt es den Kursen unverändert nicht, sich aus der Unterstützungszone 7.200 bis 7.500 Dollar pro Tonne zu lösen. Mit Blick auf die bearishe Grundtendenz der Markttechnik ist es durchaus denkbar, dass der Kupferpreis in den kommenden Tagen oder Wochen doch noch einen Durchbruch unter diese Auffangzone und damit einen Anlauf an die September 2005-Aufwärtstrendlinie bei 6.400 Dollar startet.
Ob sich, sollte sich dieses Szenario tatsächlich durchsetzen, Gold und Silber imstande wären, sich gegen diese Sogwirkung zu behaupten, halte ich für fraglich.
Das Aluminium konnte entgegen dem Kupferpreis zuletzt ebenfalls wieder zulegen, doch erscheint dessen kurzer Aufwärtsimpuls recht wackelig. Sie sehen im Chart, dass wir hier den Ausbruch aus der Seitwärtsspanne zwischen 2.350 und 2.620 Dollar vollzogen haben. Doch der relativ steile, kurzfristige Aufwärtstrend wurde im Verlauf der vorigen Woche bereits wieder gebrochen. Gleichzeitig steht der MACD parallel zu seiner Signallinie und damit kurz vor einem erneuten Verkaufssignal.
Fazit: Es erscheint aktuell nicht sehr einbringlich, im Bereich der Industriemetalle Long zu gehen. Diese Situation kann sich natürlich - wie alles an den Börsen – blitzschnell ändern. Aber aus heutiger Sicht bleiben die Industriemetalle für den Kursanstieg von Gold und Silber vorerst ein behinderndes Element, das ohne weiteres bewirken kann, dass deren Aufwärtsimpulse vorzeitig gestoppt werden. Ich rate daher in jedem Fall, Positionen mit relativ engen Stoppmarken konsequent abzusichern!
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag – bis morgen!
Ronald Gehrt

