Industriemetalle – Jahresrückblick 2009
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Januar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
ich freue mich, dass Sie auch heute wieder vorbei schauen, denn heute geht es weiter mit der Beitragsreihe zu jeweils einem gesonderten Jahresrück - und Ausblick der verschiedenen Rohstoffklassen. Nachdem wir uns zunächst mit dem Rohöl beschäftigt haben, wollen wir uns nun heute die Industriemetalle ansehen.
Industriemetalle in 2009 - eine deftige Erholung
Für die Industriemetalle ist 2009 ein ganz besonderes Jahr gewesen. Trotz Krisenjahr, trotz weltwirtschaftlicher Abschwächung - die Industriemetallpreise legten eine Rallye aufs Parkett, die ihresgleichen sucht.
Um 153% legte der Kupferpreis im vergangenen Jahr zu, dicht gefolgt von Blei mit Plus 152%. Auch der Zinkpreis ließ sich nicht lumpen mit +129% in 2009. Die Aluminiumpreisentwicklung zeigte sich am schwächsten - mit immerhin noch +45% in 2009.
Der LMEX (London Metal Exchange Index), der die Preisentwicklung der sechs an der LME gehandelten Industriemetalle Kupfer, Aluminium, Nickel, Zink, Zinn und Blei wiedergibt, konnte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 97% erzielen - das höchste Plus auf Jahressicht seitdem der Index besteht.
Eigentlich seltsam, dass ausgerechnet die angeblich so konjunktursensitiven Basismetalle im Jahr der Rezession, derartige Preissteigerungen zu verzeichnen haben. Nun, natürlich steckt in dieser Entwicklung auch ein gutes Stück Erholung. Denn die Metallpreise sind zuvor, in der 2.Jahreshälfte 2008, deutlich eingebrochen. Verständlich, denn die US-Wirtschaft befand sich bekanntlich zum damaligen Zeitpunkt bereits in einer Rezession. Der Tiefpunkt war natürlich, wie überall, im Ausbruch der Banken- und Kreditmarktkrise zu sehen.
Sehen wir uns hier einmal die Entwicklung des LMEX an, mit der deutlichen Korrektur in 2008 und der fulminanten Erholung in 2009:
Quelle: LME
Auch die Entwicklung des Kupferpreises (hier der 5-Jahres-Chart) spricht die gleichen Bände:
Quelle: kitco.com
Trotz des deutlichen Einbruchs in 2008 lässt sich die Entwicklung in 2009 allerdings nicht nur mit dem einfachen Wort Erholung erklären. Vielmehr ist es auch hier ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, welches für diese unglaubliche Preisrallye ausschlaggebend ist. Mit diesen Faktoren wollen wir uns im zweiten Teil beschäftigen.

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