Indische Börse zu teuer?
Profit Radar
vom 02. November 2007 19:00 Uhr
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„Eine Korrektur ist überfällig“. „Der indische Aktienmarkt ist zu teuer“ – Das hören wir seit Jahren. Wer darauf gehört hat, der bisher viel verpasst – nämlich eine unglaubliche Performance. Die FAZ warnte zum Beispiel im Mai 2006 vor einem Platzen der Blase am indischen Aktienmarkt. Offensichtlich hat man in Indien aber die FAZ nicht gelesen..
Denn seitdem hat sich der Sensex, der indische Leitindex, glatt verdoppelt. Ende Mai 2006 stand er bei 10.398 Punkten. Jetzt hat der Sensex vor wenigen Tagen erstmals die Marke von 20.000 Punkten überschritten –– ein historischer Rekord. Allein seit Beginn des Jahres ist der Jahres ist die indische Börse um über 42% gestiegen.
Ein Blick auf den Chart verrät aber, dass der mehrjährige Aufwärtstrend zwar einwandfrei intakt ist, es jedoch immer wieder zu teilweise heftigen Korrekturen kommt. Aus dem Stand kann der Sensex innerhalb von Tagen oder sogar Stunden bis zu 15% verlieren. Nach der ersten massiven Ausverkaufswelle im Februar 2007, ausgelöst durch die Immobilien- und Hypothekenkrise in den USA, fiel der Sensex von 14.400 Punkten auf unter 12.300 Punkten. Auch im Juli sackte der Senex kurz, aber heftig ab: Von 15.700 Punkte 14.200 Punkte. Ein Verlust von fast 10%. Am 17. Oktober knickte der Sensex dann erneut aus dem Stand von 19.000 Punkten auf unter 17.200 Punkte ein.
Dieser Kursrückgang von über 9% war jedoch hausgemacht. Die indische Regierung sieht die enormen Kapitalzuflüssen ausländischer Anleger zunehmend mit Sorge, da sie nicht nur der indischen Börsen einen Rekord nach dem anderen beschert, sondern auch die indische Währung immer teurer macht. Der Grund: Es wurden Pläne bekannt, wonach die Regierung ausländische Investments beschränken will. Fakt ist, dass ausländische Investoren nicht direkt an der Börse Mumbay investieren, sondern brauchen einen Partner vor Ort.
Auch dieser Verlust konnte aber wie alle anderen auch innerhalb weniger Wochen oder Tage sofort wieder ausgeglichen werden. Mit anderen Worten: Auch wenn die indische Börse jetzt schon wieder als teuer betrachtet wird mit einem durchschnittlichen KGV von über 24 – der Emerging Markets Index von Morgan Stanley liegt bei gerade einmal knapp 17 – bietet jede Korrektur eine Kaufchance. Das gilt sowohl für die Zertifikate und Fonds, die den breiten indischen Markt abdecken, als auch für einzelne Aktien.
Bis heute Abend
Volkmar Michler