Indiens Börse bisher eine große Enttäuschung
Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 11. April 2011, 19:00 Uhr
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Indien war bisher die große Enttäuschung unter den BRICs. Warum? Dafür gibt es zwei Gründe: Zum Einen haben die indischen Märkte nach der Finanzkrise 2008/09 eine gewaltige Rallye aus indische Börsenparkett gelegt. Der Sensex 30-Index stieg um gut 130 Prozent (zum Vergleich: Der Bovespa stieg „nur" um gut 100 Prozent).
Dadurch erreichten die historisch immer teuer bewerteten indischen Aktien jedoch eine sehr hohe Bewertung. Das KGV lag während der jüngsten Index-Höchststände im Herbst 2010 bei gut 20. Das ist eine sehr anspruchsvolle Bewertung für einen Index - selbst für einen Wachstumsmarkt wie Indien.
Vor allem - und damit kommen wir zum zweiten Grund - wenn die Wirtschaft dann Gegenwind bekommt. Und diesen Gegenwind bekam die indische Börse in 2011 in Tornado-Stärke zu spüren, als die Inflation in Indien aufgrund der Lebensmittelpreise massiv anzog. Steigende Rohstoffpreise, vor allem bei den Lebensmitteln und Öl, sind problematisch für das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt.
Denn Indien ist ein Rohstoffarmes Land - und so schlagen die steigenden Preise von Agrar-Rohwaren voll auf die Inflationsentwicklung in Indien durch. Das Problem: Ärmere Bevölkerungsschichten werden davon überdurchschnittlich hart getroffen, da sie einen höheren Prozentsatz ihrer Einkommen für Nahrungsmittel ausgeben müssen.
Das Ergebnis: Diese Menschen stellen dann Konsumausgaben zurück. Wenn es nur die ärmsten Bevölkerungsschichten trifft (die menschlichen Tragödien außen vor gelassen), dann ist das für die Volkswirtschaft kein wirkliches Problem. Aber wenn die Inflation immer weiter ansteigt, dann wird auch immer mehr die gerade entstehende Mittelschicht erfasst. Und das kann dann sehr wohl zu einem Problem für Indien werden. Mehr dazu im nächsten Profit Radar.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi