Indien und die beste Form der Regierung
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 29. März 2010, 07:30 Uhr
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Die beste Form der Regierung, sagte Voltaire, sei die Demokratie, die von einem gelegentlichen Mordanschlag geprägt wird.
Demnach muss Indiens Regierung heute wirklich gestählt sein. Im Jahr 1984 wurde die Premierministerin, Indira Gandhi, von ihren Sikh-Bodyguards getötet. Im Jahr 1991 wurde auch ihr Sohn Rajiv Gandhi getötet, diesmal von den Tamil Tigers. Wenn mein Nachname Gandhi wäre, würde ich mir einen Beruf in einer weniger gefährlichen Branche suchen, z.B. als Testpilot. Aber Sonia Gandhi, Witwe von Rahiv Gandhi muss die Aufregung lieben. Sie wurde im Jahr 1998 zur Präsidentin gewählt. Und auch ihr Sohn ist in der Politik.
Westliche Anleger brauchten Mut, ihr Geld in Indien anzulegen. Sechs von neun Regierungen waren seit 1980 Koalitionen, viele davon mit kommunistischer Beteiligung. Im Jahr 1999 ist Pakistan in das Land einmarschiert. Im Jahr 2007 attackierten maoistische Rebellen die Polizei und töteten 50 von ihnen. Im vergangenen Jahr haben Terroristen das Hotel, in dem ich gerade wohne, in Brand gesteckt.
Und nachdem es die Aktivisten, sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland, nicht schafften, Indien zu zerstören, hat die Natur zugeschlagen. Ein Zyklon tötete im Jahr 1999 10.000 Menschen. Ein Erdbeben im Jahr 2001 hat 30.000 Menschen getötet. Und im Jahr 2004 schlug ein Tsunami zu. Im darauffolgenden Jahr hat der Monsun einen großen Teil des Landes überflutet.
Indiens Aktien haben sich dennoch ausgezahlt. Die amerikanischen Aktienkurse haben sich in den vergangenen 10 Jahren fast gar nicht bewegt. Die Aktienkurse in Bombay haben sich in der gleichen Zeit fast verdreifacht. Innerhalb der dreißig Jahre, die zwischen der Eröffnung des Aktienmarktes und Ende 2009 vergangenen sind, haben die Anleger Rendite von 17.000% gemacht.
Überall in der entwickelten Welt haben die Regierungen ihre Wirtschaft im Würgegriff, und sie übernehmen die Kontrolle über überlebensnotwendige Branchen und erhöhen den Anteil des Staates am Bruttoinlandsprodukt. Einer von Indiens Vorzügen ist, dass die Regierungsvertreter die Wirtschaft über Jahre gewürgt haben und jetzt ist das Land ein Beispiel für Vernachlässigung. Und gemessen am Bruttoinlandsprodukt hat Indien in der Krise von 2007 bis 2009 nur flüchtige Konjunkturprogramme angeboten, um diese zu bekämpfen.
Jetzt ist China überhitzt. Amerika kühlt ab. Und Indien wächst mit 7% im Jahr, ohne in Schweiß auszubrechen.
Das Lohnwachstum verläuft in Trenton flach oder sogar im negativen Bereich. In Indien haben sich die Stundenlöhne alle zehn Jahre verdoppelt. Indien ist weniger von Exporten abhängig als die anderen großen Schwellenländer - mit Ausnahme von Brasilien. Und nur die Philippinen und Indonesien haben weniger Kredite, gemessen am Bruttoinlandsprodukt.
Ein großer Teil der Welt hat es schon getan... und dann übertrieben... und Indien hat noch nicht einmal damit angefangen. In den Vereinigten Staaten gibt es mehr Autos als Fahrer mit Führerschein. In Indien kommt auf 100 Menschen weniger als ein Auto. Das ist ein Land, wo es gerade erst anfängt loszugehen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hans Harms (31.03. 2010 12:20 Uhr):
Weiterhin auf die Automobliindustrie als Wachstumsmotor zu setzen, jetzt auch in Indien ist nicht nur dumm, sondern kriminell. Wenn jede dritte indische Familie ein Auto fährt, können wir uns nach einem anderen Planeten umsehen.
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