Indien: Gewaltiges Aufholpotenzial gegenüber China
Volkmar Michler in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 2. Februar 2012, 19:00 Uhr
ENL5454
2.500 Rupie. Das ist der Preis für eine Tagestour, die ich mit dem indischen Taxifahrer vereinbare. Das entspricht in etwa 37 €. Der erste Tourpunkt:
Elefantenwaschen am Flussufer. Hier wimmelt es bereits um 8 Uhr morgens von westlichen Touristen, die schon beim ersten Elefanten, der um die Ecke biegt, aufgeregt ihre Kameras zücken. Dass die Elefanten in Ketten kommen und mehr oder minder unsanft zum Bad gezwungen werden, stört die wenigsten. Es ist ja so putzig, wie den Elefanten Füße, Rüssel und Ohren gewaschen werden.
Meine Erwartungen für die zweite Touretappe sind entsprechend niedrig. Nach fast zwei Stunden teilweise beschwerlicher Autofahrt dann die Überraschung: Auch an einem der spektakulärsten Wasserfälle im Landesinneren wimmelt es von Touristen. Doch es sind einheimische, indische Touristen. Wir sind die einzigen Europäer.
Was sich hier in Südindien an der Grenze zum Bundesstaat Tamil Nadu kurz nach Neujahr tummelt, ist die indische Mittelschicht. Während meiner mehrwöchigen Indienreise stoße ich immer wieder darauf, ob in Tempelanlagen, Wasserfällen oder sonstigen touristisch interessanten Punkten: Abgesehen von der untypischen Stadt Chochin am indischen Ozean sind westliche Touristen in der Minderheit.
Um die Tempel herum, wird gekauft, was die Geschäfte an Stoffen, Töpfen, Souvenirs etc. so hergeben. Hier reist die indische Mittelschicht, die es sich leisten kann. Vom Kleinkind bis zu den Großeltern, die komplette Familie. Ähnlich wie in China umfasst in Indien die kaufkräftige Mittelschicht etwa so viel Menschen wie die Eurozone Einwohner hat - über 300 Millionen. Wenn Sie über Dubai nach Indien fliegen werden Sie feststellen, dass die First- und Business-Class überwiegend mit Indern besetzt ist. Mit dem Bankkonto scheint auch der Bauchumfang zu wachsen.