Indien: Der Ruf als Wirtschaftsstandort steht auf dem Spiel
Volkmar Michler in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 15. Januar 2009, 19:00 Uhr
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Als ob wir derzeit nicht schon genug schlechte Nachrichten zu verarbeiten hätten, kommt nun ein Skandal ans Tageslicht, der ganz Indien erschüttert. Bisher war der indische IT-Sektor ein einzige Erfolgsgeschichte. Zahlreiche westliche Konzerne haben in den vergangenen Jahren die Expertise indischer Programmier und Softwar-Entwickler genutzt. Doch jetzt steht das Aushängeschild der indischen Wirtschaft vor einem Scherbenhaufen.
Der Hintergrund: Der Gründer und ehemalige Konzernchef des viertgrößten IT-Entwicklers Satyam hat zugegeben, jahrelang die Bilanz manipuliert zu haben. Über Jahre wurde offensichtlich der Gewinn zu hoch ausgewiesen. Jetzt stellt sich heraus, dass die in der Bilanz ausgewiesenen Barmittel von 50,4 Mrd. Rupien (760 Mio. €) nur auf dem Papier existieren. Weiteres Beispiel für eines der größtes Wirtschaftsskandale Indiens: Die operative Marge beträgt statt der angegebenen 24% nur 3%.
Mittlerweile wurde der Gründer von Satyam und sein Bruder festgenommen. Wir sehr die indische Regierung um den Ruf des Wirtschaftsstandorts bemüht ist, zeigt sich auch daran, dass sie 3 Aufseher in das Führungsgremium von Satyam entsandt hat.