Indien
Karim Rahemtulla in Investors Daily
vom 20. Februar 2004 18:00 Uhr
ENL5462
Ich habe vor 1997 niemals Indien – mein Heimatland – besucht, und ich hatte dieser Region auch nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Inder, die ich kannte, hatte das Land ohnehin verlassen, wegen besserer Möglichkeiten im Ausland. Aber Mitte der 1990er war Asien ein Modethema geworden, und so entschloss ich mich, eine Reise dorthin zu unternehmen, um die Lage in Indien und anderen Teilen Asiens selbst unter die Lupe zu nehmen.
Nachdem ich spät in der Nacht in Delhi angekommen war, ging ich am nächsten Tag durch die Stadt. Ich trug neue weiße Turnschuhe, die ich mir nur für diese Reise gekauft hatte. Ich erhielt schnell einen ersten Eindruck vom indischen Kapitalismus. Ein Schuhputzer kam auf mich zu und sagte mir, dass meine Schuhe geputzt werden sollten. Ich trug Shorts und ein Polohemd – ich denke, man konnte mich auf einen Kilometer Entfernung als Touristen identifizieren. Ich wusste, dass meine Turnschuhe neu waren. Ich sagte deshalb "Nein" und ging weiter. Er war hartnäckig, und schließlich sah ich mir meine Schuhe doch an ... und irgendetwas Stinkendes war auf meinen Schuhen verteilt. Es gab wenig Kühe in den Straßen, also wusste ich, dass ich nicht in die Hinterlassenschaft einer Kuh getreten war. Ich weiß bis heute, dass dieser kleine Junge meine Schuhe absichtlich dreckig gemacht hat, um sie reinigen zu können.
"Ok. Dann reinige mir die Schuhe." Er brauchte ungefähr 20 Sekunden, um aus seiner Box eine Mischung herauszuholen, die meine Schuhe wenig später wie neu aussehen ließ. (Ich frage mich, ob Procter & Gamble ihre Formeln auf den Straßen von Delhi gewinnen). Sein Preis: 3 Dollar. Ich gab ihm 5 und sagte ihm, dass er mich bei meinem Spaziergang begleiten solle. Er tat das, während er Kraftausdrücke in Hindi in meine Richtung abgab. Ich denke, dass in einem Land, in dem 80 % der Bevölkerung (zumindest 1 Milliarde von 1,3 Milliarden Einwohnern) arm sind, die Kunst, aus Nichts etwas zu machen, perfektioniert worden ist!
Lassen Sie mich eine Minute abschweifen. Ich bin nicht dagegen, in Indien, China oder Asien allgemein zu investieren. Sie haben vielleicht in den letzten Wochen meine derzeit eher skeptischen Kommentare in Bezug auf China im Investor's Daily gelesen. Ich bin nur dagegen, dass jemand in einem Land investiert, von dem er keine Ahnung hat. Es gibt in diesen Ländern zu viele "ich auch"-Investments, die wie Pilze aus dem Boden schießen, weil der gesamte Markt eine goldene Investmentstory sein soll. Und da gibt es viele Nachahmer, die davon profitieren wollen.
ähnliche Beiträge:
- Indien!
- Ein paar Fakten zu Indien
- An Indien führt kein Weg mehr vorbei. Auch für Sie als Anleger
- Indien hat die Gold-Welt im Griff
- Indien!
- Wer in Indien investiert ist, sollte vorsichtig werden
- Niedrige Exportabhängigkeit Indiens stützt die Wirtschaft
- Impressionen der Indien-Reise
- Indien, Japan ...
- Indien: Keine Bankenkrise
weitere Ausgaben von
Investors Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Montag, 06. Februar 2012
Freitag, 03. Februar 2012
Donnerstag, 02. Februar 2012
alle AusgabenSicheres Geld Dynamik Depot
Ihr Tradingsystem für kurzfristige Gewinnchancen
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Sicheres Geld Dynamik Depot
Artikel weiterempfehlen