In Indien beginnt nächste Woche die "Gold-Saison"!
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 30. September 2011, 12:00 Uhr
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*** Das ist ja mal interessant. Bei den Edelmetallen war mir aufgefallen, dass es zu einer zunehmenden Diskrepanz kommt - "physisch" versus "virtuell".
Mit z. B. Silber-Futures wurde Mitte des Monats an einzelnen Tagen mehr umgesetzt, als an einem gesamten Jahr aus allen Silber-Minen weltweit gefördert wird.
Und als der Silber- und der Goldpreis diesen Monat stark fielen ("virtuell", sozusagen!)...
... da fiel mir auf, dass dies im physischen Handel einfach nicht überall mitgemacht wurde. Wer physisch Silber oder Gold kaufen wollte, dem wurde zu dem niedrigeren Preis einfach nichts gegeben.
Gerade in Asien war das so. Da kam es dann zu einem Phänomen, welches "Aufschlag" heißt. Wer bei Edelmetallhändlern in Japan oder Indien kaufen wollte, bekam Material nur mit Aufschlag gegenüber dem "virtuellen" = offiziellen Preis.
Und physisch verkaufen wollte kaum jemand...
...und kaufen wollten auf einmal sehr viele, weswegen die "Aufschläge" stiegen. Finde ich gut - denn da zeigt sich noch der Einfluss von "realer" Nachfrage und realem Angebot, nicht nur von Futures, die zur Spekulation gekauft werden.
Und für die reale Nachfrage interessant: In Indien beginnt nun in wenigen Tagen eine Saison, in der die Goldnachfrage traditionell hoch ist. Das geht in ziemlich genau einer Woche mit dem hinduistischen Dashahara-Fest los...
*** Dann noch etwas ganz anderes. Ein interessanter Reisebericht...
Trader´s Daily-Leser Adolf G. berichtet aus Spanien:
"Es scheint sich aber zu bestätigen, dass es dem Land schlecht geht. Es wird davon geredet, dass die Arbeitslosen bei den Gemeinden arbeiten müssen, damit sie am Abend ihr Geld bekommen. Wie sicher das ist weiß ich nicht. In einem Tabakladen mit 5 Verkäuferinnen ist der Umsatz im letzen Jahr um 30% gesunken und in diesem bis August um 20%. Viele kaufen weniger Zigaretten oder drehen selbst, es fehlt den Rauchern eindeutig am Geld. In Figueres sollen Leute auf offener Straße mit Gewaltandrohung um ihr Bargeld erleichtert worden sein, die Täter sollen nichts mit Drogen zu tun haben, ihnen fehlte das Geld für Lebensmittel."
"Ich fahre Sonntags sehr früh (5:30) durch diese Stadt, dabei ist mir eine Polizeistreife zu Fuß mit 5 Mann aufgefallen, es waren auch viele Jugendliche unterwegs. Wenn die Polizei mit 5 Mann durch die Straßen gehen muss, rechnet sie ja auch mit Problemen mit denen die 2 Mannstreife überfordert ist. Auf dem Bausektor tut sich nichts, ein Bekannter von mir hat in Banyoles einen Baustoffhandel, sein Geschäft geht nicht gut, er hat betont, dass sehr gute Firmen auch ohne Arbeit sind. Renovierungen gehen noch. Sein zweites Geschäft liegt in meiner Nähe und wird von seiner Frau geführt, die habe ich nach einem Fahrer gefragt der kurz vor Weihnachten einen Hirnschlag hatte und an Ostern noch krank war, er arbeitet jetzt so gut er kann im Lager. Für seine Chefin war es selbstverständlich, dass man sozial handelt. Das ist mir schon oft aufgefallen, meist bekomme ich die Antwort ´ich kann doch die Alten mit Familie nicht entlassen, die Jungen werden von ihren Eltern wieder aufgenommen´. Auf so eine Einstellung kann man bei uns lange warten. Ich habe auch immer hinterfragt, warum sie nicht die Jungen, die noch fit sind und weniger verdienen, behalten und immer bekam ich die Antwort, dass man so etwas nicht macht."
"Die Inhaberin von einem größeren Keramikladen habe ich auch gefragt, sie hat jetzt nur noch im Sommer auf wenn die Touristen da sind und selbst die kaufen kaum noch etwas. Ich kenne dieses Geschäft bestimmt schon 20 Jahre und es ging immer gut."
"Einen Steinmetz kenne ich auch, er macht Küchen, Bäder und Treppen aus Granit oder Marmor. Früher musste ich 4 Wochen auf den Zuschnitt warten, jetzt war ich um 17:00 Uhr, kurz vor Feierabend, bei ihm und habe etwas bestellt, das Material war auf Lager und auf die Frage nach dem Termin hat er gesagt Morgen nach dem Mittagessen. Als ich vorbei kam war er unterwegs, sein Bruder hat die Aufsicht geführt einer hat gearbeitet und 4 Arbeiter haben ihm zugeschaut. Der Besitzer hat mir gesagt, dass sehr wenig geht."
*** Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende! Wegen des Feiertags in D (3. Oktober) gibt es den nächsten Trader´s Daily dann am kommenden Dienstag. Bis dahin!
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von goessnitzer (30.09. 2011 13:01 Uhr):
ich lebe seit 4 Jahren in der Nähe von Vinaroz und kann das im grossen und ganzen bestätigen. Problem ist, dass die Investoren von klein bis gross fehlen. Spaniens eigene Wirtschaft bestand früher hauptäschlich aus Lanwirtschaft und Tourismus. Den Boom brachten die Ausländer/EU-Gelder, was bis heute von den wenigsten Verstanden wird. Der Wirtschaftsboom der letzten Jahre war zu 70% von der Baukonjunktur bestimmt. Jetzt fehlt den Ausländern genauso das Geld und es wird überall gespart. Die Spanier haben das Problem der Euro-Preise vergleichbar wie in der BRD und verdienen sofern sie noch Jobs haben genausoviel wie zu Zeiten der Peseta. Die Politiker in ganz Europa sollten sich schämen. Die EU und EInheitswährung wurde wieder einmal nur zum Vorteil der Lobbyisten gemacht. Die EU und der Euro werden so niemals funktionieren. Dann gute Nacht Europa.
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