In England wird noch was geboten
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. Januar 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
In England, da bekommt man wenigstens noch was für sein Geld geboten - und die Zeitungen aus London sind normalerweise ein zuverlässiger Quell der Absurditäten, die sich unsere Mitmenschen erlauben. Auch diesmal haben sie mich nicht im Stich gelassen.
Auf der Titelseite der Times fand sich z.B. die erstaunliche Geschichte über Andrew Hawkins. Dieser Mann, eine Nachfahre von Sir John Hawkins, ist abgebildet, wie er in Ketten vor einer Gruppe von 25.000 Afrikanern kniet. Was hat der arme Mann getan? Nichts! Er bittet einfach nur um Verzeihung für ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte, und er bittet Leute um Verzeihung, an denen dieses Verbrechen nicht verübt wurde. Und um die Sache noch schlimmer zu machen:
Es handelt sich um ein Verbrechen, das von niemandem - zumindest nicht in der westlichen Welt - während der letzten fünf Generationen begangen wurde. Wenn Mr. Hawkins also nicht mehr weiß als ich, dann verschwendet er hier seine Zeit. Und selbst wenn er des Verbrechens schuldig wäre, dann hat eine Gruppe von modernen Afrikanern kaum die Macht, zu vergeben". Es hätte mehr Sinn gemacht, wenigstens um die Vergebung von Leuten zu bitten, die, wenn auch nur entfernt, in Beziehung zu diesem Verbrechen stehen. Er hätte, wenn es auch grotesk gewesen wäre, an die Ecke Whitelock und Madison in Baltimore gehen sollen.
Und auf Seite fünf erfahre ich, dass die Schotten immer noch ein wildes und gottloses Volk sind. Ein siebenjähriger Junge und sein Vater, sowie ein 41jähriger behinderter Mann sind in zwei unterschiedlichen schottischen Städten verletzt worden, weil sie England T-Shirts trugen", berichtet das Blatt.
Ich weiß nicht, was ein England T-Shirt ist, aber ich gehe davon aus, dass es etwas mit einem sportlichen Ereignis zu tun hat. Englische Fans bemalen sich ihre Gesichter, tragen rot und weiß und lassen das St. George Kreuz an ihren Autos und auf ihren Dächern wehen. Augenscheinlich sind immer noch einige Schotten der Ansicht, dass die Engländer ihre Farben südlich des River Tweed behalten sollen.
Der behinderte Mann, heißt es in der Zeitung, wurde aus seinem Auto gezerrt und auf der Straße verprügelt.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von JB (25.01. 2011 19:40 Uhr):
Der Autor schrieb: "Was hat der arme Mann getan? Nichts! Er bittet einfach nur um Verzeihung für ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte, und er bittet Leute um Verzeihung, an denen dieses Verbrechen nicht verübt wurde." Eine kurze und präzise Analyse. Schade, dass Dummheit den Leuten, so auch dem Autor, immer nur dann auffällt, wenn es fremde Leute in einem fremden Land betrifft. Wenn bei uns Gleichstellungsbeauftragte von der angeblichen Jahrtausende langen Unterdrückung der Frauen sprechen, zelebrieren viele Männer nicht nur ein Mea Culpa, nein, es wird von ihnen sogar ein Verhalten wie das von Hawkings gefordert, obwohl die damit nichts zu tun haben und diese Beauftragte Vorteile für Frauen fordern (bzw Nachteile für Männer damit rechtfertigen), die heute leben und die damit ebenfalls nicht zu tun haben. Dass die meisten Männer in Deckung gehen, die geforderte Reue für etwas zeigen, das sie nicht begangen haben und das in der so dargestellten Weise auch nie stattgefunden hat, ist wohl inzwischen so normal, dass kaum noch jemanden der Widersinn auffällt. Kurz: Um solchen Unfug zu lesen, brauchen Sie nicht eine englische Zeitung aufzuschlagen.
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