In den USA und den Emerging Markets fängt die Solar-Story erst an
Profit Radar
vom 10. November 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Natürlich gibt es gute Gründe für den Verfall der Solaraktien. Ein Teil ist schlicht und ergreifend auf Verkäufe von Hedge Fonds und traditionellen Fonds zurückzuführen, bei denen der Solarsektor sehr beliebt war. Dafür kann der Solarsektor also gar nichts.
Aber es gibt natürlich auch hausgemachte „Probleme". Aktuell wird hier vor allem genannt, dass die Haupt-Solarmärkte Deutschland und Spanien ihren Zenit erreicht hätten. Das mag wohl stimmen, aber wo andere das Glas halb leer sehen, sehe ich es halb voll.
In den USA wird mit dem neuen Präsidenten Obama die Solarbranche erst richtig aufblühen. Deutschland und Spanien mögen große Märkte sein, aber bedenken Sie: In beiden Länder zusammen leben gerade mal 120 Mio. Menschen. In den USA alleine leben mit 300 Mio. Menschen mehr als doppelt so viele.
Und da haben wir noch gar nicht von China gesprochen, wo die Solarenergie ebenfalls aggressiv gefördert wird und auch schon eine lange, wenn auch recht kleine Tradition hat. Natürlich kommen in China nicht 1,3 Milliarden Menschen als potentielle Kunden in Frage.
Das ist eine lächerlich-irreale Rechnung. Die armen ländlichen Teile können sich keine Solaranlagen leisten, wobei hier abzuwarten bleibt, ob die chinesische Regierung dafür keine Förderprogramme auflegt. Und vor dem Hintergrund der horrenden Umweltverschmutzung und den Energieproblemen Chinas sind solche Programme für mich ein „No-Brainer", wie die Amis sagen.
Nehmen wir deshalb nur die neue chinesische Mittelklasse: Dann bleiben derzeit statt 1,3 Mrd. Chinesen „nur" ca. 80 Mio. übrig. Nun, das ist immer noch so groß wie ganz Deutschland. Ganz zu schweigen davon, dass erwartet wird, dass die chinesische Mittelschicht bis 2020 auf 700 Mio. Menschen anwachsen soll. Ich halte diese Schätzungen für viel zu optimistisch, aber selbst wenn es nur ein Viertel von 700 Mio. Menschen werden, so sind das immer noch 175 Mio. Menschen.
Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber das sind für mich ziemlich sonnige Aussichten für die Solarbranche und kein Grund dafür, dass die Solarbranche „out" ist. Genau wie die Aussichten 2001/2002 für die Zukunft des Internet wesentlich besser waren, als es die Börsianer damals durch die schwarze Bärenbrille sahen. Deshalb sollte der Solarsektor in dieser Baisse einer der Sektoren sein, der auf Ihrer Watchlist weit oben steht. Für Taipan werden wir diesen Sektor jedenfalls konsequent weiter ausbauen. Für weitere Informationen dazu klicken Sie auf Taipan.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi