In Albuquerque, New Mexico ... Teil 2
Investors Daily
vom 04. August 2004 18:00 Uhr
ENL5454
"In New Mexico gibt es so viel zu sehen", kommentierte meine Frau Elisabeth.
In meiner Familie gibt es zwei Faktionen. Elisabeth und Henry lesen alles ganz genau durch und versuchen es zu behalten. Wenn sie reisen, lesen sie Reiseführer, Geschichtsbücher und Erfahrungsberichte in der Hoffnung, jedes kleinste Detail mitzukriegen.
Elisabeth las im Flugzeug einen "Insider"-Reiseführer über New Mexico. Als wir landeten kannte sie bereits die Geschichte des Staates – sogar seine geologische Vorgeschichte – und war bereit, Museen und historische Orte im gesamten Bundesstaat anzusehen.
Der Rest unserer Familie hat ein eher spontanes Verhältnis zum Reisen. Wir setzen uns ins Auto und los geht's. Zwar landen wir nicht immer dort, wo wir ursprünglich hinwollten, aber wir sagen uns, dass es genau richtig ist, hierher gekommen zu sein.
"New Mexico ist einer der geologisch aktivsten Orte der Welt", fuhr Elisabeth fort. "Hier gibt es aktive Vulkane, allerdings war die letzte Eruption vor 3000 Jahren"
Elisabeth hielt uns einen Vortrag über die geologischen Hintergründe. "Das Eruptivgestein wurde von Vulkanen geformt", erklärte sie. "Aber einige kühlen unterhalb der Erdoberfläche ab – beispielsweise Granit – und andere wiederum kühlen erst ab, wenn sie an die Oberfläche gekommen sind ... ich glaube, man nennt das Tuff."
Im Naturhistorischen Museum von Albuquerque machten wir Halt. Beginnend mit dem Urknall zeigt das Museum die Entwicklungsgeschichte der Erde bis zum Homo Sapiens. Besonders beeindruckend, und irgendwie auch erschreckend, war die Darstellung des Aussterbens. Vor etwa 65 Millionen Jahren wurden alle auf der Erde lebenden, entwickelten Lebensformen vernichtet. Bis heute weiß niemand, warum das geschah. Eine der meist vertretenen Theorien ist die, das ein riesiger brennender Fels in den Golf von Mexiko gefallen ist. Er löste Überflutungen, Feuerstürme und jede andere Art von Naturkatastrophe aus. Die großen Dinosaurier fielen wie Quietsche-Entchen um. Auf den Bildern im Museum liegen sie auf dem Rücken und halten die Füße in die Höhe.
Die kleinen Säugetiere überlebten die Katastrophe, sie erlebten ihre Blütezeit und erbten die Erde. Die sanftmütigen, kleinen Tierchen hatten sich in Erdlöchern versteckt, um sich vor den dominanten, fleischfressenden Bestien zu verstecken. Ihre Bescheidenheit und ihre Erdlöcher retteten ihnen das Leben.
Der Mensch ist der Tyrannosaurus Rex von heute ... die Alpha Spezies. Gibt es wieder einen Meteor im All, der sich in unsere Richtung bewegt?
"Was geschah mit den Kamelen?" Die Frage richtete sich an einen der Studenten, die Führungen durch das Naturhistorische Museum anbieten. Elisabeth war aufgefallen, dass Kamele in dem Moment, in dem Menschen in Nordamerika einfielen, von der Landkarte verschwanden. Sie vermutete, dass man sie so lange gejagt hatte, bis sie völlig ausgestorben waren.
"Ich glaube, sie haben die Bering Straße überquert ... damals war sie ein Ausläufer, der bis nach Asien führte", erhielt sie als Antwort.
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Kamele verschwunden sein könnten. Der Student hatte die am wenigsten plausible Begründung gewählt: dass alle Kamele gemeinsam entschieden hätten, nach Sibirien zu ziehen. Was macht College-Studenten so dämlich, fragte ich mich erneut.
Als ich mir die Vorlesungsverzeichnisse der modernen Universitäten ansah, glaubte ich eine Begründung gefunden zu haben: Lesbianismus scheint ein wichtiges Thema der heutigen Universitäten zu sein. Einer der typischen Kurse, die überall angeboten werden, ist "Lesbische Liebe in der Poesie des 18. Jahrhunderts". Oder alternativ "die Interpretation des Klassenkampfes aus lesbischer Perspektive" oder "Lesbos und der Klassizismus" ... bisher habe ich noch nie von Lesbizismus in der Nuklearphysik gehört, aber auch das ist im Kommen.
Vor 40 Jahren boten die Colleges noch wenig Kurse zum Thema Lesbische Liebe an. Trotzdem, viele von ihnen scheinen die Intelligenz der Studenten unterdrückt zu haben. Ich erinnere mich an ein Unterrichtsfach, in dem der Professor der Meinung war, dass Politische Wissenschaft der Chemischen Wissenschaft ebenbürtig sei. Diese Überzeugung ist geradezu absurd, aber man erhielt Extrapunkte, wenn man einfältig genug war, ihm zu glauben. Ein weiterer Professor nutzte den Literaturunterricht, um die Studenten – besonders die weiblichen – davon zu überzeugen, sich der freien Liebe hinzugeben. "Warum sollte man einen Teil des Körpers besser behandeln als den anderen Teil?", fragte er stets. Und ein weiterer Philosophieprofessor war der Meinung, dass Lernen grundsächlich überflüssig ist. Er kam zum Unterricht und ließ uns in uns gehen. "Denkt nicht – lebt!", sagte er. Vielleicht wäre das ein guter Tipp gewesen ... aber nicht einer, für den man zahlen möchte.