In 2009 keine starken Goldverkäufe von Seiten der ZBs zu erwarten
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 18. Februar 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Quelle: marketoracle.co.uk
Was wir sehen können:
- Die EZB hat sich tapfer an ihre Vorgaben gehalten und nun bleibt für dieses Jahr nichts mehr zum Verkauf übrig. ;-)
- Deutschland: in dem Punkt bin ich richtig stolz auf die Bundesbank, die sich offenbar als einzige den altbewährten Werten verpflichtet gefühlt und lediglich kleine Mengen zur Münzproduktion verkauft hat. Die Bundesbank hält übrigens somit immer noch stolze 3.400 Tonnen Gold.
- Frankreich: die Franzosen dürften sich mittlerweile richtig ärgern, nachdem sie in der Vergangenheit so viel Gold viel zu billig verkauft haben. Noch immer blieben - sollten sich die Franzosen an ihre Vorgaben aus dem Jahr 2004 halten, was sie im Übrigen ja nicht müssen - 133 Tonnen Gold zum Verkauf übrig. Doch ich frage mich ernsthaft ob Nicolas Sarkozy im Angesicht der aktuellen Verwerfungen tatsächlich Frankreichs Kronjuwelen verscherbeln will.
- Auch die Niederlande hätten noch weitere 9 Tonnen zu verkaufen. Peanuts, aber man wird sehen!
- Portugal: macht mir Freude. Seit 2 Jahren haben die Portugiesen ihre Goldverkäufe gänzlich gestoppt. Es ist unwahrscheinlich, dass sie im letzten Jahr von dieser Strategie abweichen werden.
- Schweiz: ja, auch die Schweiz hat bittere Erfahrungen gemacht, mittlerweile aber daraus gelernt. Die Schweizer Nationalbank hat inzwischen bekannt gegeben, dass keine weiteren Verkäufe geplant sind. Die Schweiz hält nun 1.040 Tonnen Gold.
- Österreich: hat auch gelernt und bereits im letzten Jahr nichts mehr verkauft. Es ist somit unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr noch 52 Tonnen verkauft werden.
- Schweden: hier blieben noch 15 Tonnen zum Verkauf. Man wird sehen...
- Spanien: hat nie eine Vorgabe bekannt gegeben, aber bereits im letzten Jahr die Goldverkäufe gestoppt. Auch hier halte ich es eher für unwahrscheinlich, dass da noch etwas kommen wird.
- Belgien: nun, Sie sehen es selbst! Seit 3 Jahren schon keine Verkäufe mehr.
Summa, summarum kann man sagen, dass die meisten Zentralbanken ihre Goldverkäufe glücklicherweise und endlich vorerst mal auf Eis gelegt haben. Wackelkandidaten bleiben Frankreich, Schweden und die Niederlande. Wobei Schweden mit 15 Tonnen und die Niederlande mit 9 Tonnen nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Bleibt die Frage ob Frankreich tatsächlich im Angesicht der Krise sein Tafelgold verscherbeln wird oder sich doch eher den anderen Zentralbanken anschließen und bemerken könnte, dass in einer Zeit in der Papiergeldwährungen das in sie gesetzte Vertrauen verlieren, es nie zu verachten ist wenigstens etwas von Wert im Safe zu haben.
So long liebe Leser...sollten die Zentralbanken allerdings eines schönen Morgens damit anfangen im großen Stil Gold zu verkaufen um ihre unzähligen Bailouts und Rettungsmaßnahmen zu finanzieren, dann wandere ich definitiv aus....Russland böte sich an, die kaufen wenigstens Gold nach....aber da ist es mir zu kalt... doch lieber China oder Australien, da gibt es wenigstens Gold im Boden....bis morgen
Ihre Miriam Kraus