Impuls oder Strohfeuer seitens der Transportkosten?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 16. Februar 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Nebenwerte Freunde,
Bestimmt gehört der neue US-Präsident Obama zum Bevölkerungsanteil der heute, am Feiertag zu Ehren von George Washington, arbeitet. Obwohl es in den ersten Regierungstagen einige PR-Pannen der neuen Administration zu beklagen gab, macht diese viele Punkte im Vergleich zu der alten Regierung, was ja auch nicht besonders schwer ist. Die Latte, die die Regierung Bush aufgelegt hat, hängt wirklich nicht besonders hoch. Vor allem die neue Ehrlichkeit in der Öffentlichkeitsarbeit finde ich sehr lobenswert. Doch leider hat diese auch Nachteile und überfordert viele Menschen, auch unter den Börsianern. Dies war vergangene Woche zu spüren, nachdem Obama ohne Schnörkel die Ernsthaftigkeit der Lage umschrieb und warnte zu hoffen, dass es schnelle Auswege aus der Krise gäbe. Wahrscheinlich waren es diese drastischen Worte, die die Händler an der Wall-Street stark verunsicherte und den Markt auf Konsolidierungskurs schickte. Nach wie vor ist der Markt so in Unruhe, dass sich kein klarer Trend etabliert und die maßgeblichen Indizes in unmittelbarer Nähe ihrer Todeszonen" handeln. Was mir vor allem nicht gefällt ist die wieder zunehmende Schwäche des Bankensektors, der momentan einen Führungsanspruch" unter den Sub-Indizes hat und den großen Indizes meist voraus eilt. Erholungen wird es hier erst geben, wenn Klarheit darüber besteht, ob und zu welchen Preisen die Banken es schaffen, Investoren mit ihren toxischen Anlagen zu beglücken. Denn ohne Rekapitalisierung können die Banken weder neue Kredite ausreichen noch Neugeschäft schreiben"!
Ganz offensichtlich bleibt es dabei, dass sich der breite Markt erst erholen kann, wenn die Konjunkturmaßnahmen und die niedrigen Zinsen wieder die US-Wirtschaft ankurbeln.
Impulse von Frachtraten und Rohstoffen?
Da es noch keine verlässlichen Hinweise auf Besserungen der Konjunktur gibt, von sehr wichtigen Ausnahmen wie den Einzelhandelsumsätzen abgesehen, sollte man sich gedulden und weiterhin auf Kaufsignale in den Charts warten. Da ich aber hier gerne auf positive Entwicklungen hinweise, die zu einer Stabilisierung der Indizes führen können, ist mir vergangene Woche der Baltic Dry Index aufgefallen. Dieser Index zeichnet die Entwicklung der Frachtraten für Schüttgüter" nach und ist ein guter Konjunktur-Indikator, aber auch ein Spiegelbild des Preises für industrielle Rohstoffe wie Kohle und Eisenerz. Der Absturz des Index hat in den vergangenen Wochen ein Ende gefunden und seine Stabilisierung ist deutlich erkennbar. Dies ist vor allem eine Reaktion auf die wieder steigende Eisenerz-Nachfrage in China und die Erhöhung der Läger. Ebenfalls steigen die Metallpreise wieder, was natürlich auch eine Eintagsfliege sein kann. Aber möglicherweise erkennen wir doch bald den ersten Silberstreif am Konjunkturhimmel. Ich kann Ihnen nur raten, alle Signale zu studieren und wegen des pessimistischen Sentiments nicht auf einem Auge blind zu werden. Ich habe noch keine Erholung erlebt, die nicht in einer völlig negativen Übertreibung nach unten ihren Anfang genommen hätte. Aber warten wir es ab, die einzelnen Branchensektoren werden uns den Weg weisen.