Implats: 2010 wird das Palladium knapp
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 19. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
Implats: 2010 wird das Palladium knapp
Zu der Diskontsatzerhöhung als Zeichen für eine weitere Belebung der Konjunktur passt auch der gestrige Ausblick von Implats, dem weltweit zweitgrößten Förderer von Platingruppenmetallen aus Südafrika.
Ich will in unserer kleinen Serie zu den Palladiumaktien nur am Rande auf die südafrikanischen Förderer eingehen, denn der Preis des Palladiums spielt bei Ihnen nur eine untergeordnete Rolle. Das hat mit der mineralogischen Struktur der dort zu findenden riesigen Ressourcen von Platingruppenmetallen zu tun. Bei Implats lag z.B. das Platin-Palladium-Verhältnis im vergangenen Jahr bei 1,7:1. Angesichts der wesentlich höheren Platin- als Palladiumpreise spielt daher im Augenblick für die Aktienkurse der dortigen Produzenten das geförderte Palladium nur eine untergeordnete Rolle.
Bei Palladium wird das Defizit größer als bei Platin
Interessant ist daher für uns vor allem der Ausblick, den CEO David Brown bei der Investorenkonferenz abgab. Denn er rechnet 2010 mit einem Defizit sowohl im Platin- als auch im Palladiummarkt. Schon im vergangenen Jahr gab es im Platinmarkt einen Engpass von 245.000 Unzen, 2010 sollen es sogar 345.000 Unzen werden.
Beim Palladium sind die Relationen noch extremer. Während es 2009 noch einen Überschuss von 305.000 Unzen zu verzeichnen gab, rechnet er 2010 mit einem Defizit von 810.000 Unzen. Dafür sei sowohl die ständig wachsende Nachfrage von Investoren nach physischem Metall verantwortlich, als auch die in immer mehr Ländern handelbaren ETFs auf die Edelmetalle.
Zudem wäre 2009 die Nachfrage nach Fahrzeugen mit kleinen Benzinmotoren deutlich gegenüber Dieselmotoren gestiegen. Dafür können die Fahrzeughersteller das günstigere Palladium verwenden, während das teure Platin vor allem für Dieselkatalysatoren noch unverzichtbar ist.
Implats-Zahlen schlecht, Ausblick durchwachsen mit Lichtschimmern
Die 2009er Geschäftszahlen von Implats fielen wie bei den meisten Platinförderern grottenschlecht aus. Der starke Preisverfall ließ deren Umsätze und Gewinne massiv einbrechen. Aber nun scheint das Schlimmste überstanden zu sein. Folglich packen die Unternehmen noch einmal alles Negative in die Endergebnisse für 2009.
Während sich damit insgesamt der Ausblick also aufheitert, hat allerdings Implats noch ganz eigene Probleme. Denn sie sind neben den Anlagen in Südafrika auch der größte Betreiber von Platingruppenmetall-Minen in Zimbabwe. Und dort droht noch mehr als im restlichen Südafrika immer wieder die Gefahr der Enteignung zugunsten der schwarzen Empowerment-Bewegung.
Diese Schwierigkeit sollten Sie bei Investitionen in südafrikanische Unternehmen also immer im Hinterkopf behalten. Denn bei Problemen aus dieser Ecke kann hier eine operativ interessante Entwicklung rasch überschattet werden.
Damit wünsche ich Ihnen nun erst einmal ein erholsames Wochenende, nachdem der heutige kleine Verfallstag an den Börsen mit reichlichen Schwankungen die Nerven aufgewühlt hat. Bis Dienstag,
herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Erich Tschopp (21.02. 2010 01:40 Uhr):
Wirklich sehr eindrucksvoll, was da David Brown mitteilte, dass bei Palladium im 2010 ein Deffizit von über 800`000 Unzen anfallen soll. Wenn das stimmt, müsste der Palladiumpreis noch gewaltig zulegen. Stimmt dem Daniela Knauer auch bei? Wenn dem so ist, muss man sofort in physiches Palladium investieren, was ich auch tun werde. Aber die grosse Unbekannte ist ja Russland, der grösste Palladiumproduzent. Die Zahlen dort werden stets geheim gehaltenWas sind da für Reserven vorhanden. Der Palladiumpreis erklomm ja im 2000 bereits einmal 1200 Dollar die Unze!!!
Antworten- Antwort von Knauer (22.02. 2010 14:28 Uhr):
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich halte das Thema für so wichtig, dass ich morgen im Daily noch einmal darauf eingehen werde.
- Antwort von Knauer (22.02. 2010 14:28 Uhr):
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