Immobilienmarkt und die Yuan-Meuterer

J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom


von J. Christoph Amberger in Baltimore

Die Mortgage Bankers Association gab heute bekannt, dass ihr saisonbereinigter und hypothekenachfragemessender Markt-Index für die Woche vom 3. September um 7,7 % gegenüber der Vorwoche angestiegen ist. Das ist der höchste Stand seit dem Rekordhoch vom 7. Mai.


Trotz zweier Zinssatzanhebungen und trotz allgemeiner Erwartungen, dass ein dritter gleich um die Ecke ist, sind Hypothekenzinssätze um ganze 0,2 % niedriger als im Vorjahr. Und mit dem wieder appetitlicher gewordenen rate spread sind auch die Refinanzierungen um satte 8 % angestiegen.

Trotzdem der Beginn von Schul- und Hurricane-Saison an der Ostküste die traditionelle Immobiliensaison beendet, sieht es also so aus, als ob der Markt noch sehr rege ist.

In meiner Nachbarschaft sah ich allerdings Anzeichen einer Expansion des Inventars: Jede Menge Nachbarn scheinen auf der "Höhe" des Marktes abstossen zu wollen. Entlang unserer Zubringerstrasse stehen nun 6 oder 7 Grundstücke zum Verkauf, wo es vor zwei Jahren höchstens ein oder zwei waren.

An einer Ecke, die in eine idyllische baumüberschattete Sackgasse führt, sind sogar vier Häuser nebeneinander auf dem Markt. Und ein fünftes wird zum Verkauf renoviert.

Dieses lokalisierte Überangebot mag kurzzeitig die ausufernde Wertsteigerung durch grösseres Angebot in Schach halten. Aber die bis unlängst ausgesprochen leeren Inventare sind teilweise wieder angefüllt. Man merkt das an der Kontaktfreudigkeit unserer Maklerin. Rief sie bis vor kurzem noch alle paar Wochen mal durch, um zu hören wie's uns so geht (und ob wir nicht Leute wüssten, die verkaufen wollten), so scheint sie nun recht ausgelastet zu sein.

Nicht weniger überkandidelt. Aber ausgelastet.

*** Eine interessante Wende in der Diskussion um die Koppelung des Chinesischen Yuan an den Dollar: Eine Koalition von mehr als 50 einflussreichen Korporationen und Interessenverbänden will beantragen, zu untersuchen, ob es sich bei der jahrzehntelangen Koppelung des Yuan an den Dollar um eine illegale Exportsubvention Chinas handelt.

Die China Currency Coalition ist beschrieben worden als eine "revamped version of the Fair Currency Alliance", welche unter dem Zeichen der National Association of Manufacturers agierte.

Letztere Gruppierung mag Ihnen noch im Gedächtnis sein: Das letzte mal, als diese Gruppe bei der Bush-Administration vorstellig wurde, ging es um die Überbewertung des Dollar gegenüber dem Euro und dem Yen und deren nachteilige Auswirkungen auf die amerikanische Exportwirtschaft.

Ein paar Monate später begann der Dollar zu fallen.

Mit herzlichem Gruß,

Ihr

J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group


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