Immobiliendaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 20. Januar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern gab es nach längerer Zeit wieder sehr negative Konjunkturdaten aus den USA. Wie das US-amerikanische Census Bureau berichtete, sind die Baubeginne im Dezember saisonbereinigt um 4,3 Prozent auf 529.000 gesunken (Erwartung: 550.000). Damit liegt die Zahl 8,2 Prozent unter der Vorjahresperiode und erreicht gleichzeitig den niedrigsten Stand seit 50 Jahren (!). Im US-Immobiliensektor kann damit noch immer nicht von einer durchgreifenden Erholung gesprochen werden. Ich gehe davon aus, dass dieser Bereich der letzte Sektor (noch nach dem Arbeitsmarkt) sein wird, der sich während einer weiteren Konjunkturbelebung erholen wird. Und auch dann dürften wir allenfalls eine moderate Erholung auf niedrigem Niveau sehen und keinen neuen Immobilienboom. Geplatzte Spekulationsblasen brauchen sehr lange Zeit, um vom Markt verdaut zu werden.
Ich könnte Ihnen jetzt schreiben, dass der Aktienmarkt gestern auf die schlechten Immobiliendaten reagierte und deshalb einbrach. Das stimmt aber nicht. Die Kursverluste begannen bereits am frühen Morgen, während die Zahlen erst am Nachmittag gemeldet wurden. Der Markt wollte sowieso fallen. Nach den starken Kursaufschlägen der vergangenen Tage (und Wochen) werden einfach einmal Gewinne mitgenommen. Eine Konsolidierung war überfällig. Ob daraus mehr wird, erörtere ich in meinem zweiten Beitrag unten.