Immer mit der Ruhe
Tom Firley in Investors Daily
vom 23. Mai 2011, 18:00 Uhr
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der Dax... er wird doch nicht tatsächlich mein Horror-Szenario wahr machen und bis Oktober seitwärts laufen und somit die Vorjahres-Bewegung kopieren? Leider sieht es momentan fast so aus.
Bevor wir uns den Dax anschauen, noch ein kurzes Wort zu den Welt-Börsen. Vor drei Wochen (am 3. Mai) beschrieb ich Ihnen die Lage am Beispiel des Nasdaq Composite (der damals gerade ein neues 10-Jahres-Hoch erreichte):
Allerdings würde es mich schwer wundern, wenn die Bären diese wichtige Marke einfach so kampflos den Bullen überlassen. Daher mahne ich zur Vorsicht. Gerade jetzt, wo zumindest auf dem Blatt Papier alle Kurs-Schleusen nach oben geöffnet scheinen. Miss Börse ebnet den Börsianern niemals den einfachsten Weg... ALSO: Das Potenzial der Welt-Börsen halte ich für begrenzt.
Diesen Zeitpunkt habe ich in folgendem Chart schwarz eingekreist. Kurz danach sackte der Nasdaq Composite etwas ab, dann erfolgte eine kurzes Bullen-Intermezzo, bevor die Bären wieder am Ruder waren.
Chart Nasdaq Composite
Kurzum: Ich könnte Ihnen den Chart jetzt vollpflastern mit Trend- und Gegentrend-Linien. Ich könnte Ihnen ebenfalls noch ein paar Fibonacci-Zahlen, Technische Indikatoren, Divergenzen, Konvergenzen und ein bisschen Candlestick-Analyse um die Ohren hauen. In manchen Börsenphasen, bei kurzfristigen Analysen und vor allem bei Einzelwerten mag dies Sinn machen. Aber momentan sehen Sie selbst im Chart auch ohne Geschnörkel, was „Sache" ist:
Die Börsen sind einfach unsicher. Vor allem unsicher, was nach Ende Juni passieren wird, wenn die Amis „QE2" (Quantitative Easing) erst einmal beenden (allerdings wird denen noch früh genug etwas einfallen, um weiterhin den Geldstrom im Fluss zu halten...). Aktuell verlassen einfach die Anleger den Markt, denen die Sachlage zu unsicher erscheint. Und genau diese Anleger werden wieder auf den Zug aufspringen, wenn sich das Umfeld beruhigt haben wird... aber eben erst dann. Beim Dax ist das nicht anders:
Chart Dax
Hier habe ich im Chart grün den mittlerweile wohl allseits bekannten 256-Tage-GD (=Gleitender Jahresdurchschnitt) eingezeichnet und den 128-Tage-GD, der in etwa einem Halbjahres-Durchschnitt entspricht.
Die Aussage ist recht einfach. Der kürzere GD hat im letzten Sommer den Dax oft durchbrochen, sowohl nach unten, als auch nach oben. Ein mittelfristiger Anleger wäre alleine mit diesem GD nicht glücklich geworden. Was sagt uns dagegen der „langweilige" 256-Tage-GD, der seit dem 17. Juli 2009 (!) ungebrochen steigt:
Immer mit der Ruhe. Wir sind in einem Aufwärtstrend.
Vermutlich wird der Dax tatsächlich in den nächsten Monaten noch öfter den Halbjahres-GD (exemplarisch für Fibonacci-Zahlen, Technische Indikatoren, Divergenzen, Konvergenzen und ein bisschen Candlestick-Analyse...) nach oben und nach unten brechen.
Solange der 256-Tage-GD bleibt, halte ich mich an meine Kauf-Signale und beachte meine Stopps.... auch, wenn der Dax seitwärts läuft.
Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass Börsen steigen und dass Börsen fallen. Ein Minus-2-Prozent-Tag (wie heute) ist zwar heftig, aber kein Weltuntergang. Genauso wenig wie ein Plus-2-Prozent-Tag ein Grund wäre, die Rente einzureichen...
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley

