Im Zeichen der US-Wahl: USD macht Freudensprung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 5. November 2008, 11:00 Uhr
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Liebe Leser,
ja, wie erwartet - und nicht nur von der Mehrheit der US-amerikanischen Wähler - hat der Hoffnungsträger für das US-Präsidentenamt Barrack Obama die Wahl zum 44. Präsidenten der USA gewonnen.
Die Welt gratuliert und ebenso der Handel. Die US-Aktienmärkte legten ihre Präsidentschaftsrallye an den Tag und auch in Asien schlossen die Aktienmärkte hernach im Plus.
Der USD reagierte mit einem - ich nenne es einmal so - Glückwunschhüpfer. Doch machen wir uns nichts vor. Barrack Obama ist ein sympathischer Hoffnungsträger, doch der Mann (und sein Team) sieht sich in diesem Moment mit der politischen Führung eines Landes konfrontiert, welches noch immer knietief im Morast steckt. Die Auswirkungen der Finanzkrise sind nicht verschwunden, weil Barrack Obama den ungeliebten George W. Bush abgelöst hat. Für Obama beginnt gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine harte Bewährungsprobe. Ehrlich gesagt, ich wäre in diesen Zeiten nicht gerne US-Präsident geworden! Dennoch, wünsche ich ihm Glück, dem Sympathieträger!
Zurück zum USD. USD/JPY erreichte gestern ein Hoch bei 100,50. - Der Glückwunschhüpfer - Mittlerweile hat der US-Dollar gegenüber dem Yen allerdings wieder abgegeben. USD/JPY notiert gegenwärtig bei 98,44. So lange die Weltwirtschaft Zeichen der Abkühlung zeigt, verliert der JPY nichts von seiner Beliebtheit. USD/JPY könnte weiter unter Druck bleiben aufgrund der Spekulation auf weitere Arbeitsplatzverluste in den USA. Einer Bloomberg-Umfrage sind im Oktober weitere 200.000 Arbeitsplätze in den USA verloren gegangen. USD/JPY könnte sich zunächst in einer Range zwischen 98,40 und 98,82 bewegen.
Der Euro dagegen bleibt weiterhin unter Druck. Die Marktteilnehmer blicken mit Argusaugen auf die europäische Wirtschaft. Der wirtschaftliche Impuls in der Euro-Zone hat an Stärke verloren. Hinzu kommt die Vermutung, dass die EZB ihre Lockerung der Geldmarktpolitik bis ins kommende Jahr hinein weiter führen könnte. Man erwartet zunächst eine Leitzinssenkung um 50 Basispunkte auf 3,25 %. EUR/USD fiel von seinem Hoch bei 1,3035 gestern auf gegenwärtig 1,2839. EUR/USD dürfte mittelfristig unter Druck bleiben und könnte sogar bis ins kommende Jahr hinein abwerten.