Im Eisenerzsektor passieren große Dinge
Profit Radar
vom 21. Juni 2011, 19:00 Uhr
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Vor dem Hintergrund der Griechenlandkrise und den globalen Wachstumssorgen will niemand etwas von den Basismetallen wissen. Dabei zeichnen die jüngsten Fakten ein wesentlich besseres Bild, als es die derzeitige Stimmung vermuten lässt. So machte Senior Manager Jose Carlos Martins vom brasilianischen Rohstoffriesen Vale letzte Woche in einem Interview einige Äußerungen, die mich aufhorchen lassen.
Er schätzt, dass die Minenbranche in den kommenden fünf Jahren sage und schreibe eine Billionen USD in den Ausbau und Aufbau neuer Produktionsstätten investieren muss, um überhaupt die weltweit steigende Nachfrage für Industriemetalle zu decken. Allein für den Eisenerzsektor, das Spezialgebiet von Vale, rechnet Martins mit einem Investitionsvolume von mehr als 200 Milliarden USD in den kommenden Jahren.
Was zeigen uns Aussagen von absoluten Branchenkennern wie Martins: Wir haben bei den Industriemetallen selbst bei einem sinkenden Wirtschaftswachstum keine dramatischen Überangebote. Die fundamentalen Fakten zwischen Angebot und Nachfrage sind bei vielen Industriemetallen weiterhin okay. Was derzeit aus den Kursen der Rohstoffe entweicht, sind die Gelder der Spekulanten.
Warum sonst sollten letzte Woche große Player im Eisenerz-Sektor bekannt geben, dass sie ihre Produktionen in den kommenden Jahren deutlich ausweiten wollen, wenn die Angebotsseite zu hoch wäre? So plant Rio Tinto einen massiven Ausbau seiner Eisenerzproduktion um 50% (auf dann jährlich gut 330 Millionen Tonnen). Aber nicht auf Sicht der nächsten 10 oder 20 Jahre, sondern bis 2015! AngloAmerican möchte seine Produktion sogar bis 2014 verdoppeln.
Diese Insider wissen ganz genau, was in der Branche passiert. Und sie würden ihre Kapazitäten nicht so dramatisch ausweiten, wenn sie nicht von weiterhin hohen Preisen und steigender Nachfrage ausgehen. Die Entwicklungen in Rohstoffsektoren wie Eisenerz zeichnen ein völlig anderes Bild, als wir es derzeit an der Börse erleben.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Burkhardt (22.06. 2011 08:29 Uhr):
Was Sie über Griechenland gesagt haben ist falsch!
Antworten - Kommentar von Martin Guttenberger (22.06. 2011 09:22 Uhr):
Deutschlands Exportwirtschaft profitiert sehr vom schwachen Euro. Das reale Renteneintrittsalter ist in Griechenland und Deutschland praktisch gleich. Ein griechischer Arbeiter leistet ca. 2000 Stunden im Jahr, ein deutscher ca. 1400. Einige Milliarden griechische Schulden sind in Rüstungsexporte aus Deutschland geflossen. Deutschland geht es wirtschaftlich nicht nur aufgrund deutscher Tugenden gut, sondern gerade weil wir nach dem Krieg und nach der Wiedervereinigung kaum Reparationszahlungen geleistet haben. Von diesen Zahlungen hätte die griechische Wirtschaft profitiert. Dennoch boomt gerade der Tourismus in Griechenland. Natürlich hat Griechenland auch Fehler gemacht. Aber Deutschland täte gut daran, differenziertere Betrachtungen anzustellen.
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