Ifo-Index bricht ein

in DAX Daily
vom


die gestern veröffentlichten Wachstumsdaten aus Deutschland, Europa und China enttäuschten allesamt. Für DAX Daily-Leser keine Überraschung. Ich hatte die Entwicklung ja schon lange so prognostiziert und ausführlich begründet. Den Markt schienen die Daten aber auf dem falschen Fuß zu erwischen, denn es ging besonders beim DAX unmittelbar nach der Veröffentlichung stärker abwärts.


                                 

Bisher hielt sich ja ein Hoffnungsschimmer durch die Tatsache, dass der deutsche ifo-Index sechs Monate lang in Folge gestiegen ist. Wenn auch zuletzt nur noch in homöopathischen Dosen, was bereits ein Warnsignal vor einem Abkippen nach unten war. Während am Markt Berichte kursierten, dass dies ein neuer Aufschwung sei, schrieb ich Ihnen beharrlich, dass es sich nur um eine technische Reaktion im Abwärtstrend handle. Mit dem gestrigen starken Einbruch, dem ersten seit dem Spätherbst,  hat sich meine Sichtweise bestätigt. Insbesondere die Lagekomponente brach auf ein stattliches neues Tief nach dem Hochpunkt Anfang 2011 ein und bestätigt damit den laufenden Abwärtstrend. Sie notiert allerdings noch weit über dem Erwartungsindex. Erst, wenn sie unter diesen Teilindex fällt, macht es wieder Sinn, nach einer Bodenbildung beim ifo-Index Ausschau zu halten.

 

Bis dahin ist allerdings noch sehr viel Platz nach unten. Der Gesamtindex notierte Anfang 2011 bei rekordhohen 124 Punkten, im April bei 109,9 Punkten, gestern bei 106,9 Punkten (Mai). Typische untere Wendepunkte finden sich unterhalb von 95 Punkten. Während des ersten Aktes der Finanzkrise ging es gar auf 85 Punkte abwärts. Ein zyklischer Stimmungsindex wie der ifo braucht nach der Euphorie des vergangenen Jahres eine ziemlich große kalte Dusche, bis er wieder bereinigt und für einen nachhaltigen Anstieg bereit ist. Das gilt in ähnlicher Form für die Börsen. Von extremem Pessimismus sind wir weit entfernt. Lediglich der übertriebene Optimismus hat sich abgebaut. Es wird also (abgesehen von den üblichen technischen Erholungen) noch eine ganze Weile abwärts gehen müssen. Nach der Übertreibung nach oben folgt meist eine nach unten. Und die dauert eben.

 

Die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, Europa und China bestätigen übrigens das rezessive Bild. Wir befinden uns weltweit in einer Phase einer wirtschaftlichen Kontraktion, die vor gut einem Jahr mit einer Wachstumsabschwächung begonnen hat und die Europa bisher härter getroffen hat als die USA oder China. Sie wird sich als zyklischer Abschwung allmählich weltweit ausbreiten und nach einiger Zeit wieder in eine neue Wachstumsphase münden. Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Aber auch kein Grund, sein Geld mit verfrühten Aktienkäufen zum Fenster hinauszuwerfen. Die Börsen werden erst wieder nachhaltig steigen, wenn die Fundamentaldaten neues Wachstum signalisieren. Und vorher helfen auch keine neuen Notenbankmaßnahmen. In solchen Marktphasen gibt es bessere Investments als Aktien. Welche? Hier:

                                  

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von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

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