Ideen tragen Früchte

Gastautor Joel Bowman in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Und so trugen diese Ideen bald Früchte. Zur Wende des 20. Jahrhunderts war Argentinien die achtreichste Nation der Welt. Nur Belgien, die Schweiz, Großbritannien und eine Hand voll ehemaliger britischer Kolonien -einschließlich der USA- standen wirtschaftlich besser da.

1913 hatte Argentiniens geschäftige, kosmopolitische Hauptstadt Buenos Aires, die dreizehnt höchste Pro-Kopf Telefon-Penetrationsrate der Welt. Das Pro-Kopf Einkommen lag zu dieser Zeit 50% höher als das in Italien, fast doppelt so hoch wie das Japans und fünfmal so hoch wie das des nördlichen Nachbarlandes, Brasilien.


Die Argentinische Industrie produzierte in Fließbandgeschwindigkeit hochwertige Textilien und Kühlschiffe und brachte ihr begehrtes Rindfleisch von den fruchtbaren Ebenen der Pampa in die entferntesten Winkel der bekannten Welt. Argentinien stieg auf mit dem Schwung des neuen Jahrhunderts... und viel auch mit ihm.

Schließlich, gleichmütig, kamen die langen Schatten des Nachmittages und mit ihnen eine teure Ära von protektionistischen Maßnahmen und verstärkter Wettbewerb im Ausland der exportorientierten Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Versuchung sich einzumischen wurde für die Schüler Alberdis zu groß ihr zu widerstehen. Krieg, Währungsentwertung, Unruhen, militärische Herrschaft und Politiker, zu gleichen Teilen korrupt und unfähig lähmten Argentiniens großes Potential.

Fast spurlos und erstaunlich wenigen, die wirklich verstanden warum verzog sich das warme Licht von den Plätzen. Dann fiel der Abend über das Land.

„Ich kann nicht in der Einsamkeit der Nacht durch die Vororte gehen, ohne daran zu denken, dass die Nacht uns erfreut weil sie ruhende Einzelheiten unterdrückt, ganz wie unsere Erinnerung es macht." - Jorge Luis Borges.

Sogar jetzt, stehend auf der Spitze einer in einem halben Jahrhundert hart erkämpften Katastrophe von Blut und unsäglichem Leid, scheint der argentinische Staat nur in seiner Arroganz zu wachsen.

Diese Dunkelheit ist lang... und leidgeprüft ihre guten Menschen.

 

 


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Kommentar von Werner Jansen

Hallo, Herr Baumann sollte seine Artikel von einem deutschsprachigen Kollegen checken lassen. Die automatischenÜbersetzer können nicht alles - oft sind sie sinnentstellend und das drückt Euer Niveau. MfG

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