Ich mag Gold!
Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 07. Oktober 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Die Engländer scheinen besessen zu sein. Jede Nachricht in der Boulevard-Presse wird mit einer Preisinformation kommentiert.
Beispielsweise eine aktuelle Sensationsgeschichte über einen (Selbst-) Mord – genau scheint das noch nicht festzustehen – erscheint mit meiner Meinung nach überflüssigen Informationen: Wie viel das Haus des mutmaßlichen Killers wert war und was für ein Auto er fuhr. Je mehr ich die Boulevardpresse durchblättere, desto mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass in jeder Nachricht auch ein Hauch von Neid von Seiten des Redakteurs mitklingt. Es kommt fast überhaupt nicht vor, dass eine Person erwähnt wird, ohne einige Informationen über den Marktwert ihres Hauses, ... ihres Autos, ... ihrer Yacht ..., oder der letzten Reise mitzuliefern.
*** Ein Leser hat mir geschrieben, und mir von seinem Bemühen, mit Gold zu handeln, berichtet – und dann macht er mich verantwortlich!
Ja, lieber Leser, ich mag Gold! Aber: nein, ich habe noch niemals vorgeschlagen, Geld damit zu verdienen. Und würde auch niemals empfehlen, damit zu handeln!
Ich mag Gold, genauso wie ich Feuerholz mag, oder grüne Bohnen im Glas oder charmante Frauen. Sie machen das tägliche Vorankommen so viel amüsanter, wenn die Zeiten mal härter werden. Wie ich schon mal gesagt habe: Nie war das Leben leichter als im Augenblick.
Alles scheint so einfach geworden zu sein, dass die Leute keinen Anlass mehr sehen, etwas zurückzulegen: Erspartes, Reserven oder Eingemachtes. Außer dann, wenn sich ein Hurrikane nähert, scheint alles immer ganz super zu laufen. Das Essen ist auf dem Tisch. Der Strom, um die Klimaanlage zum Laufen zu bringen, steht auch bereit. Das Geld, um die jeden Monat anfallenden Rechnungen zu bezahlen, auch.
Aber manchmal läuft vielleicht nicht alles so gut. Ich habe Eingemachtes in der Abstellkammer, für den Tag, an dem "nur für den Fall" wieder modern wird.