IBM feuert US-Börsen an
Tom Firley in Investors Daily
vom 17. Juli 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
und die Positiv-Meldungen seitens der Unternehmen gehen weiter...
Bitte werden Sie jetzt aber nicht zu euphorisch. Denn die Meldungen sind natürlich nicht direkt positiv, sondern eben nicht so negativ wie von verschiedenen Experten und Analysten angenommen. Und Analysten sind auch nur Menschen. Sonst kämen viele Analysten nicht zu noch mehr verschiedenen Meinungen...
IBM: Umsatz runter, Gewinn hoch
Gestern Abend konnten die Ergebnisse von IBM den US-Börsen nachbörslich noch einen schönen Kick (nach oben) geben. Davon profitierte letztlich auch unser Dax, der heute mehrmals die 5.000er Marke überboten hat.
Jetzt sind die IBM-Umsätze im zweiten Quartal zwar im Vergleich zum Vorjahr um etwa 13% auf 23,3 Milliarden Dollar gesunken... aber die Rendite konnte um zwölf Prozent gesteigert werden!
Mehr Gewinne bei weniger Umsatz? Hört sich ja erstmal toll an. Erst einmal. Schließlich hat IBM ja auch kräftig auf die Kostenbremse gedrückt. Zum Beispiel wurden die Forschungs- und Entwicklungskosten um 14% reduziert, Finanzierungskosten wurden ebenfalls gedrückt (um 30%). Oder drücken wir es klarer aus:
Noch mehr Einsparungs-Potenzial
IBM hat bislang in 2009 etwa 9.000 Stellen gestrichen (Vertriebs- und Verwaltungskosten konnten so um 19% gedrückt werden). Und wie ich höre, ist da noch mehr Einsparungs-Potenzial „drin".
Also, ich finde das irre.
Da kommt einfach so mal eine Krise, die Umsätze fallen, dann wird auf die Kosten gedrückt (oder die Verantwortlichen schauten einfach mal, wo was gespart werden kann), ein paar Leute werden gefeuert (bzw. die Mitarbeiter-Standorte werden verlagert, z.B. nach Indien) und schwupps: Die Gewinne werden sogar gesteigert!
Ein Schelm fragt sich jetzt vielleicht: Wie würde das Unternehmen wohl dastehen, wenn IMMER möglichst effizient gearbeitet werden würde. Wenn IMMER gerade so viele Leute eingestellt würden, die man gerade braucht. Dazu baut man noch einen Puffer ein und fertig. Das hätte den Vorteil, dass später auch weniger (bis keine) Leute entlassen werden müssten...
Lassen Sie sich das noch mal durch den Kopf gehen: Umsatz runter, Gewinn hoch.
Der gesunde Menschenverstand sagt, dass dies nur eine verhältnismäßig kurze Zeit gut gehen kann. Und je mehr Unternehmen Kosten reduzieren, umso stärker werden im Gesamt-Gefüge (in der gesamten Wirtschaft) die Umsätze fallen. Oder rechne ich da falsch?... Warten wir es ab. Charttechnisch sieht die IBM-Aktie auf jeden Fall momentan recht gesund aus.
Chart IBM
Seit Mitte November 2008 befindet sich die IBM-Aktie in einem intakten Aufwärtstrend. Damit zeigt der Wert eine erstaunliche Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt. Als weiteres technisch positives Indiz, sehen wir den Kampf um die 256-Tage-Linie (grüne Kurve) in der roten Ellipse. Diesen „Kampf" scheint „Big Blue" IBM nun gewonnen zu haben.
By the way: Bereits Ende Mai habe ich Sie im Beitrag Dow gefangen, IBM interessant auf diese interessante Konstellation hingewiesen. Damals stand IBM bei etwa 105, heute bei 113 US-Dollar.
Das ist jetzt kein bahnbrechendes Ergebnis (8,5 %). Aber es umschreibt recht gut, was ich damit meine, wenn ich seit vielen Monaten sage: „Einen Fuß in die Tür bekommen... aber vorsichtig".
Auch wenn Sie skeptisch gegenüber der Börsenlage sind, versuchen Sie einmal alle (nebensächlichen) Informationen auszublenden und schauen Sie auf die Charttechnik. Ich kann Ihnen leider nicht verraten, wo die Börsen nächste Woche oder am Jahresende stehen werden. Aber ich kann Ihnen eines versichern:
Lieber streue ich einen Teil meines Geldes (natürlich nur mit Risiko-Strategie) auf handverlesene Aktien und würde sogar im schlimmsten Falle (mittels Stopp-Strategie) ein paar Prozent minus in Kauf nehmen, die sich auf mein Gesamt-Depot aber kaum auswirken würden. Läuft der Trend weiter, lege ich nach. Läuft der Trend gegen mich, steige ich aus oder sichere mich Put-Positionen ab.
Wenn Sie den Investors daily in den letzten Wochen und Monaten mitverfolgt haben, wissen Sie, dass dieses Konzept aufgeht.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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