Horrorstart ins Jahr 2008
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 04. Februar 2008 07:30 Uhr
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In jüngster Vergangenheit konnten sich die deutschen Standardwerte wieder leicht erholen. Im Wochenvergleich legte der deutsche Leitindex gut zwei Prozent zu.
Nichtsdestotrotz ist der Start ins Jahr 2008 für die Aktienmärkte alles andere als erfreulich verlaufen. Der Dax verlor seit Jahresanfang sage und schreibe 15 Prozent. Und immer noch verweisen die Experten auf eine angeblich historisch niedrige Bewertung deutscher Standardpapiere.
Stehen Gewinnrevisionen an?
Nach wie vor hängt aber die Meßlatte für die Entwicklung der Unternehmensgewinne extrem hoch. Das negative Überraschungspotenzial für nach unten revidierte Gewinnprognosen ist folglich sehr hoch. Bei Gewinnenttäuschungen gibt es mittlerweile keine Gnade mehr. Diverse Einzelwerte – siehe Hypo Real Estate – wurden bereits brutal abgestraft. Am kommenden Donnerstag wird es speziell mit der Veröffentlichung der 2007er-Zahlen und des Ausblicks der Deutschen Bank sehr spannend werden.
EZB vor der Zinsentscheidung
Ebenfalls steht am Donnerstag die EZB-Zinssitzung an. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die „Währungshüter“ in Frankfurt der FED nacheifern werden und auch im Euro-Raum die Zinsen senken. Mit Blick auf die wachsende Zinsdifferenz ist es wahrlich nicht völlig ausgeschlossen, dass das „Nichtstun“ der EZB dem Euro in Relation zum Dollar neuen Auftrieb geben wird.
Stellenabbau in den USA
Indes deuten die Signale vom US-Arbeitsmarkt mehr denn je auf eine signifikante Abschwächung der US-Wirtschaft hin. Im Januar 2008 wurden 17000 Stellen abgebaut. Im Konsens wurde jedoch die Schaffung von 55000 neuen Arbeitsplätzen erwartet. Allein am Bau gingen im Januar sage und schreibe 27000 jobs verloren. Seit Beginn der großen Krise sind es mittlerweile fast eine Viertelmillion!
Gewinnmitnahmen zum Wochenschluß
Am Goldmarkt gab es dagegen am Freitag im Anschluß an ein Rekord-Hoch auf Dollarbasis eine kleine kalte Dusche für die „Goldbugs“. Der Preis für eine Feinunze des gelben Edelmetalls beendete nur noch leicht über der 900er-Marke den Handel. Nach dem steilen Anstieg der Vorwochen war für einige kurzfristig agierende Investoren die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen.
Konsolidierung nicht ungesund
Gut möglich, dass nun – zumindest kurzfristig – eine kleine Konsolidierung ansteht. Technische Unterstützungen liegen bei 890 bzw. im Bereich von 870 Dollar. Auch ein Rücksetzer bis in die Gegend um 850 Dollar wäre kein Beinbruch.
Gerade in solchen Schwächephasen bietet es sich speziell für diejenigen, die immer noch nicht investiert sind, an, gezielt physisch zuzugreifen.