Horror-Quartal endet mit einem Minus von 25 %
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 3. Oktober 2011, 13:00 Uhr
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heute möchte ich einen Blick auf die Konjunkturdaten und die Entwicklung in der letzten Woche werfen. Zudem muss ich leider eine Warnung für den Aktienmarkt aussprechen.
Horror-Quartal endet mit einem Minus von 25 % ...
Am Freitag endete nicht nur die Börsenwoche, sondern auch das dritte Quartal, welches einen Kursverlust von über Minus 25% mit sich brachte, ist damit endlich überstanden.
(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, Verlauf vom 01. Juni bis 30. September
... dank einem Wochenplus von 7,3 %
Nachdem der DAX in der Woche zuvor noch mit einem Minus von 6,8 % leben musste, verzeichnete er bis Donnerstag einen Zuwachs von mehr als 11 %. Für den Zuwachs zeichneten sich jedoch hauptsächlich der Montag und der Dienstag verantwortlich, trotz des ifo-Index, der das dritte Mal in Folge fiel (ich berichtete am Donnerstag).

(Quelle: Ariva.de) DAX-Chart der KW 39
Die Woche begann bei 5.124,16 und das Hoch lag bei 5.693,95 Punkten. Leider verschaffte der Freitag der bis dahin durch und durch positiven Börsenwoche einen Makel. Nach einer Eröffnung bei 5.602,55 Punkten endete der Xetra-Handel bei nur noch 5.502,02. Und das trotz der positiven Daten aus Übersee. Dennoch verblieb ein beachtliches Wochenplus von 7,3 %.
Positive US-Daten befeuern DAX-Aufschwung
Apropos positive Daten aus Übersee: die Konjunkturdaten aus den USA hatten sicherlich auch einen gewissen Anteil an dem versöhnlichen Ausklang des Quartals.
Das am Dienstag vom Conference Board veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen hat sich leicht aufgehellt. Der Konjunkturindex stieg geringfügig auf 45,4 Punkte, nachdem er im August noch massiv um 14 Punkte auf revidiert 45,2 Zähler abgestürzt war.
Die US-Auftragseingänge von langlebigen Gütern waren im Vormonat noch um revidiert 4,1 % gestiegen. Nun seien die Aufträge im Monatsvergleich um 0,1 % gefallen, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Doch Volkswirte hatten sogar mit einem Rückgang um 0,2 % gerechnet.
Am Donnerstag wurde dann noch das Wachstumsplus beim US-BIP für das 2. Quartal leicht von bisher 1,0 % auf 1,3 % (annualisiert) nach oben revidiert. Zeitgleich meldete das US-Arbeitsministerium einen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 37.000 auf 391.000 und damit auf den tiefsten Stand seit April.
Auch die am Freitag veröffentlichten US-Daten fielen positiv aus. Die um 14:30 veröffentlichten US-Konsumausgaben sind um knappe 0,2 % im August angestiegen, während die des Vormonats von 0,8 auf 0,7 % korrigiert wurden.
Der Chicago-Einkaufsmanagerindex hat sich überraschend aufgehellt und stieg von 56,5 auf 60,4 Punkte.
Und das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung hat nach endgültigen Berechnungen ebenfalls zugelegt. Der entsprechende Index der Universität Michigan legte auf 59,4 Zähler von 55,7 Punkten im Vormonat zu.
Insgesamt also durchaus positiv Daten, die den DAX-Handel weiter befeuerten. Für den Kursrückgang zum Wochenschluss könnten die aktuellen Daten zur Inflation in Europa verantwortlich gemacht werden.
Hohe Inflationsrate sorgt für Zinsängste
Die Inflation in der Euro-Zone ist im September auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren gestiegen. Die Verbraucherpreise lägen 3,0 % über dem Vorjahresniveau, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Im August lag die Rate noch bei 2,5%. Damit legte die jährliche Teuerungsrate innerhalb eines Monats um 0,5 Prozentpunkte zu - ein ungewöhnlich starker Anstieg.
Zuvor teilte bereits das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mit, dass sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im September voraussichtlich um 2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen wird. Gegenüber August wird er voraussichtlich um 0,1 % steigen.
Die Erhöhung der Inflationsrate im September 2011 ist überwiegend auf die Preisentwicklung von Mineralölprodukten sowie auf ein Anziehen der Preise für Bekleidung und Schuhe infolge des Wechsels auf die neue Herbst-/Winterkollektion zurückzuführen.
Steigende inflationäre Tendenzen könnten die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer weiteren Zinsanhebung zwingen, da sie sich der Preisstabilität verpflichtet hat. Zinsanhebungen sind jedoch unwahrscheinlich, zumal die schwache Konjunktur und die sich nicht mehr im Aufwärtstrend befindlichen Ölpreise die Teuerung sehr bald wieder bremsen könnte.
Sinkende Energiepreise könnten die Teuerung bremsen
So lag der Index der Einfuhrpreise im August zwar um 6,6 % über dem Vorjahresstand (Juli + 7,5 % und Juni + 6,5 %), wie das Statistische Bundesamt jedoch weiter mitteilt, fiel der Einfuhrpreisindex gegenüber dem Vormonat Juli 2011 um 0,7 %. Und importierte Energie war im Vergleich zum Vorjahr 25,1 % teurer als im August 2010, gegenüber dem Vormonat fielen aber die Preise für Energieträger um 3,0 %.
Der Index der Ausfuhrpreise lag im August 2011 um 3,2 % über dem Stand von August 2010 (Juli + 3,7 % und Juni + 3,4 %). Gegenüber dem Vormonat Juli 2011 fiel der Ausfuhrpreisindex im August 2011 um 0,1 %.
Doch trotz der rückläufigen Energiepreise sinkt aufgrund der hohen Inflationsraten zumindest die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die EZB, was angesichts der schwächelnden Konjunktur wohl einige Anleger erwartet hatten und nun enttäuscht wurden.
Drei Themen beherrschten das Börsenparkett
In der vergangenen Woche dürften drei Dinge die Anleger am meisten beschäftigt haben, auf die ich in den folgenden Teilen noch näher eingehen möchte.