Hong Kong Dollar ist der bessere US-Dollar
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. November 2011, 08:30 Uhr
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Wenn Sie in den US-Dollar investieren wollen, so haben Sie nicht nur den US-Dollar selbst zur Auswahl, sondern auch mindestens eine Alternative: den Hong Kong-Dollar (HKD). Der HKD ist zu 100% mit US-Dollar gedeckt, entspricht also praktisch dem US-Dollar. Gleichzeitig hat der HKD aber auch ein hohes Aufwertungspotential, das dem US-Dollar selbst fehlt. Er ist der bessere US-Dollar.
Hong Kong Dollars sind zu 100% durch US-Dollar gedeckt
Der Hong Kong Dollar ist die vielleicht letzte Währung weltweit, die zu 100% gedeckt ist. Das heißt, es können nicht einfach beliebig viele Hong Kong-Dollar herausgegeben werden. Für jeden Dollar, den Banken zusätzlich herausgeben, müssen Sie eine dem offiziellen Wechselkurs entsprechende Menge US-Dollar deponieren. Die Geldmenge ist daher hundertprozentig mit US-Dollar gedeckt.
Die 100% Deckung macht den Hong Kong Dollar zum US-Dollar
Dementsprechend orientiert sich auch der Außenwert des HKD an dem des US-Dollars. Er ist praktisch fest an den US-Dollar gekoppelt und schwankt nur minimal. Um den festen Wechselkurs einzuhalten, werden permanent US-Dollar von der Hong Kong Monetary Authority, sozusagen die Zentralbank Hong Kongs, aufgekauft. Die Währungsreserven stiegen seit der Rückgabe Hong Kongs an China von rund 30 auf inzwischen fast 300 Milliarden US-Dollar.
Der Hong Kong Dollar bietet gegenüber dem US-Dollar zahlreiche Vorzüge
Ein Investment in den Hong Kong Dollar hat zahlreiche Vorteile. In den Vordergrund rücken die Vorteile, wenn Sie ohnehin planten, in den US-Dollar zu investieren.
· Die Kursbewegungen des HKD werden durch die Anbindung an den US-Dollar den Kursbewegungen der amerikanischen Währung entsprechen.
· Durch die Anbindung an den US-Dollar ist die Hong Kong Monetary Authority gezwungen, auch das Zinsniveau aus den USA zu übernehmen. Es gibt daher keine Zinsnachteile durch ein Investment in Hong Kong Dollar.
· Die Geldpolitik ist bedeutend restriktiver als in den USA. Wenn Hong Kong keine neuen Devisen erwirtschaften kann, bleibt die Geldmenge gleich. Die Geldmenge und damit die Inflationsgefahren können nur steigen, wenn die Exportwirtschaft Devisen ins Land holt.
· Kreditfinanzierte Konjunkturprogramme wie in den USA oder Europa, bei denen hunderte Milliarden neues Geld gedruckt werden und die Inflation anheizen, sind in Hong Kong unmöglich.
· Die Wirtschaft in Hong Kong wächst bedeutend schneller als in den USA. In den vergangenen drei Jahren um 6,3%, während die US-Wirtschaft nur um 0,1% zulegte.
· Die Wirtschaft in Hong Kong befindet sich mittlerweile auf dem gleichen hohen Niveau wie in den USA. Pro Einwohner werden in beiden Staaten etwa 45.000 US-Dollar (gleicher Kaufkraft) erwirtschaftet.
· Aufgrund des hohen Wachstumstempos gibt es ein großes Aufwertungspotential, sollte der Kurs des Hong Kong Dollars jemals freigegeben werden.
Insbesondere der siebte Vorteil ist nicht zu unterschätzen. Hong Kong wird die eigene Währung nicht ewig an die Schwachwährung US-Dollar koppeln wollen. Sobald die Wechselkurse freigegeben werden, wird der HKD gnadenlos aufwerten. Gut für jeden, der schon vorher im HKD investiert war und durch die Aufwertung Gewinne macht.