Home Depot: Konjunkturreport aus den USA
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 28. Mai 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Liebe DaxDaily Leser,
um die Konjunktur in den USA war es in den vergangenen sechs Monten nicht gut bestellt. Die US-Hypothekenkrise sowie stark steigende Rohstoffpreise haben den lang anhaltenden Konsumrausch in den USA beendet und den Verbrauchern vor Augen geführt, dass jeder Übertreibung eine Korrektur folgt. Die US-Regierung hat auf die drohende Gefahr einer lang anhaltenden Rezession mit Erleichterungen bei der Rückzahlung von Hypothekenschulden sowie Steuerrückzahlungen reagiert. Im Durchschnitt hat jeder Haushalt einen Scheck über 600 US-Dollar vom Finanzamt erhalten. Zudem senkte die US-Notenbank innerhalb von neun Monaten die Leitzinsen von 5,75 auf 2,25 Prozent. Die Fülle der Maßnahmen soll in einem Wahljahr ihre Wirkung nicht verfehlen.
Eine grundlegende Verbesserung hat sich in den Konjunkturindikatoren zwar bisher noch nicht gezeigt. Dies war aber wegen der verzögerten Wirkung der unterschiedlichen Medizin auch nicht zu erwarten. Aktien- und Zinsmärkte, die die wirtschaftliche Entwicklung etwas neun bis zwölf Monate vorwegnehmen, konnten in der jüngsten Vergangenheit ihre seit Sommer 2007 bestehenden Abwärtstrends beenden und befinden sich in einer Bodenbildungsphase. Eine Aktie, die sich als gutes Konjunkturbarometer in der Vergangenheit erwiesen hat, ist die der US-Baumarktkette Home Depot.
Der Titel hat seit Ausbruch der US-Hypothekenkrise in der Spitze knapp 40 Prozent an Wert verloren, bewegt sich aber seit Anfang des Jahres in einer Handelsspanne zwischen 25 und 30 US-Dollar. Jüngst veröffentlichte Umsatz- und Gewinnzahlen bestätigten den noch anhaltenden Abschwung in der US-Verbraucherstrimmung. Technische Indikatoren wie der MACD und die Slow Stochastik deuten jedoch an, das mittelfristig ein erneuter Test der 30 US-Dollar-Marke zu erwarten ist. Möglicherweise wird das Papier davon profitieren, dass aufgrund der gestiegenen Ölpreise und dem schwieriger werdenden Arbeitsmarkt mehr Amerikaner ihren Urlaub zuhause verbringen werden. Wie in solchen Situationen häufig zu beobachten war, nehmen die Heimwerkeraktivitäten dann überdurchschnittlich zu. Außerdem wird das stark gesunkene Zinsniveau helfen, den Investitionsstau im privaten Sektor im zweiten Halbjahr zu reduzieren.
