Holen Fannie und Freddie die US-Wirtschaft aus dem Dornröschen-Schlaf?
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 22. September 2010, 13:00 Uhr
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Nachdem Sie nun wissen, welchen enormen Einfluss bzw. welche Risiken diese beiden Unternehmen auf die Wirtschaft insgesamt haben könnten, will ich Ihnen nun erläutern, warum das Thema aktuell an Brisanz gewinnt:
Denn das ist der Grund, warum die Regierung unter Präsident Obama ein Stützungsprogramm nach dem anderen verabschiedet. Die Immobilienpreise müssen gestützt werden. Erholen sich die Preise, lösen sich viele Garantien und Verpflichtungen in Luft auf.
Hinter den Kulissen
Wenn jetzt die beiden Aktien von der Börse genommen werden und nur noch außerbörslich (OTC) gehandelt werden können, fallen Informationspflichten weg und die US-Regierung kann das Debakel am Immobilienmarkt noch besser verstecken.
Denn: Es wird derzeit von Experten erwartet, dass die US-Regierung in einem neuen Hilfspaket weitere 800 Mrd. USD bereit stellen wird.
Hilfe im Wahlkamp
Mit der Bekanntgabe wird die US-Regierung aus taktischen Gründen wahrscheinlich bis Anfang Oktober warten. Zum einen sind erst seit September die Zuschauerränge im "Politik-Theater" wieder voll besetzt und zum anderen muss das Konjunktur-Programm möglichst erst einige Wochen vor den nächsten Kongresswahlen im November veröffentlicht werden, damit die angeschlagenen Demokraten um Präsident Obama die Hilfe für Ihren Wahlkampf nutzen können.
Aus dem gleichen Grund blockieren die Republikaner bereits seit einigen Monaten politische Entscheidungen, die den amtierenden Präsidenten und die Demokraten beliebter machen könnten. Ein offizielles Konjunkturpaket in Höhe von mehreren 100 Mrd. USD hat daher aktuell kaum Chancen, die Abstimmungen im Kongress unbeschadet zu überstehen.
Schlupfloch für Staatshilfen und Wahlgeschenke
Doch ausgerechnet die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sind ein gigantisches Schlupfloch für Staatshilfen, weil Bankenhilfen nicht vom Kongress abgesegnet werden müssen. Und so kann die US-Regierung über diesen Weg üppige Wahlgeschenke verteilen.
Der Rettungsplan, der die US-Wirtschaft aus dem Dornröschen-Schlaf holen könnte:
Immobilienbesitzer, die überschuldet sind, sollen mit staatlicher Hilfe über Fannie Mae und Freddie Mac entlastet werden.
-->Mehrere Millionen Häuser müssen dann nicht versteigert werden und der derzeitige Angebotsüberhang an Immobilien, der auch für die sinkenden Preise verantwortlich ist, wird beseitigt.
--> Die Markt-Preise erholen sich.
--> Die "Schnäppchenjäger", die jetzt noch auf weiter fallende Häuserpreise warten, greifen zu, sobald die Preise wieder steigen.
--> Dadurch wird der Aufwärtstrend am Immobilienmarkt noch verstärkt.
--> Erholt sich der Immobilienmarkt, steigen also die Preise, fühlen sich die Immobilien-Besitzer reicher.
--> Wer sich reicher fühlt, wird auch mehr konsumieren.
--> und so weiter ...
Klingt nach einem fantastischen Plan, um die US-Wirtschaft endlich aus Ihrem Dornröschen-Schlaf zu erwecken. Und wenn Obama dies im Wahlkampf so verkaufen kann, könnte dieser Plan nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch ihn ganz persönlich retten.
Kommen Ihnen diese Entwicklungen rund um die beiden Hypothekenfinanzierer irgendwie aus aktuellen Entwicklungen in Deutschland bekannt vor? Lesen Sie hierzu den nächsten Teil des heutigen Beitrags...