Hohe Nachfrage...
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 07. August 2007 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
gestern haben wir uns ausführlich mit der Preisentwicklung des äußerst seltenen Edelmetalls Rhodium beschäftigt.
Heute möchte ich zunächst auf die Frage eingehen, warum Rhodium ein derartig begehrtes Metall ist.
Die Angebotsseite
Rhodium, das wohl derzeit teuerste Edelmetall der Welt, darf wohl als das seltenste natürliche Metall betrachtet werden, welches in nennenswerten Kapazitäten, in Relation zu seinem geringen Vorkommen produziert wird.
Die größten Vorkommen der Erde befinden sich in der südafrikanischen Merensky Reef Formation aus Nickel- und Kupfersulfiden.
Da es in äußerst geringen Mengen in den Erzen vorhanden ist, wird es zusammen mit den Begleitelementen der Platinfamilie, so wie Gold und Silber gefördert.
Das bedeutet im Klartext, dass man bislang auf diesem Planeten kein primäres Rhodium Vorkommen entdeckt hat.
Folglich bedeutet dies, wenn man Rhodium wirtschaftlich sinnvoll abbauen will, dann geht das nur, wenn man das Metall als Nebenprodukt eines anderen Metalls fördert.
Vorzugsweise Platin und Palladium.
Der Clou ist, dass mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Rhodiums aus Afrika stammt.
Ansonsten gibt es noch kleinere Vorkommen im Ural und Nord – und Südamerika.
Die jährliche weltweite Gesamtproduktion liegt bei lediglich 25 Tonnen. Das Oligopol
Der Markt wird von der Angebotsseite her, folglich von einigen wenigen Unternehmen beherrscht.
Ein Oligopol also…doch darauf komme ich später noch.
Mehr als die Hälfte der Jahresproduktion stammt aus Südafrika.
Im Klartext bedeutet dies: Wenn in Südafrika, wie Mitte Juli geschehen, aus irgendeinem Grund die Platinproduktion – denn Rhodiums ist nur eine Nebenprodukt – unterbrochen wird, sei es durch Streiks, technische Ausfälle oder andere Umstände, dann ist die Rhodiumproduktion ebenfalls gestoppt.
In den letzten fünf Jahren müsste sich also die Nachfrage nach Rhodium, trotz steigender Platinproduktion so massiv erhöht haben, dass das Metall sich offenbar in einem Angebotsdefizit befindet.
Wenn man sich die Preisentwicklung ansieht – seit 2004 ein Anstieg von 2900 %- so muss man zu dem Schluss kommen, dass die weltweite Rhodiumproduktion sich nicht nur in einem einfachen Angebotsdefizit befindet, sondern bereits ein riesiges Schwarzes Loch erreicht haben müsste.
Ganz ehrlich, ich bezweifle, dass die sicher steigende Nachfrage in so immensem Ausmaß das Angebot übersteigt.
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