Hohe Folgekosten des Irakkriegs
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 09. April 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Krieg! Krieg! Krieg!
Ich bin gerade in London, und auch hier befassen sich die Zeitungen und Fernsehprogramme hauptsächlich mit diesem Thema.
Derzeit genießen alte Generäle und junge Reporter ihre glorreichen Momente. Die jungen Journalisten liefern uns die letzten News von Euphrat und Tigris ... und die alten Schlachtrosse sagen uns, was die Nachrichten militärisch bedeuten sollen.
Zynismus und Ironie scheinen zu den Verlusten der ersten Minuten des Krieges zu gehören – vielleicht sind sie durch eine sehr intelligente Bombe getroffen worden. Wer zweifelt in den USA derzeit daran, dass diese ganze Irak-Geschichte nobel und gerecht ist ... und nicht absurd?
Und wer realisiert inmitten des Kriegslärms, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigt ... dass die US-Konsumenten noch weniger fähig zu Konsumausgaben werden ... und dass sie immer weiter Schulden auftürmen?
"Immer mehr Arbeitslose geben die Jobsuche auf", so USA Today zur derzeitigen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Und die Konsumenten werden ihre Steuerrückerstattungen dieses Jahr wahrscheinlicher sparen als letztes Jahr. Und sie werden ihre Schulden wahrscheinlich nicht mehr so bedenkenlos wie bisher erhöhen.
Milton Friedman sagt, dass für eine so große Nation wie die USA die Kosten für den Irakkrieg vernachlässigbar sind. Und dennoch reichen die 75 Mrd. Dollar, die für den Irakkrieg bereitgestellt worden sind, nur für die ersten 6 Monate. Die gesamten Kosten sind unbekannt, aber diese Kosten werden über einen relativ langen Zeitraum verteilt anfallen ... inklusive den Kosten für den Wiederaufbau des Irak und die neue, aktive amerikanische Außenpolitik. Die Haushaltsabteilung des US-Kongresses geht davon aus, dass sich das Haushaltsdefizit in den nächsten 10 Jahren auf insgesamt 1 Billionen Dollar belaufen wird. Die gleiche Abteilung hat vor kurzem für den gleichen Zeitraum einen Überschuss von 5,6 Billionen Dollar prognostiziert. Andere Analysten gehen davon aus, dass 2 Billionen Dollar Defizit wahrscheinlicher sind. Und Goldman Sachs rechnet sogar mit 4,2 Billionen Dollar Defizit in den nächsten 10 Jahren!
Wow ... zwischen der früheren Schätzung des US-Kongresses und der aktuellen Schätzung von Goldman Sachs liegt eine Lücke, die so groß ist wie das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA. Was wieder einmal zeigt, dass dann, wenn es um die Zukunft geht ... niemand irgendetwas weiß.