Hochtief in der Abwehrschlacht
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 14. Oktober 2010, 17:00 Uhr
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Während der Markt sich beständig nach oben arbeitet, kämpft hingegen der Baukonzern Hochtief momentan gegen den spanischen Konkurrenten ACS.
Wie Sie sicherlich aus den Medien bereits entnommen haben dürften, versucht ACS seit einiger Zeit, Hochtief zu übernehmen, was diese jedoch verhindern möchten.
Um ACS weiterhin abzuhalten, prüft Hochtief zur Zeit verschiedene Abwehrmaßnahmen.
Die Financial Times Deutschland etwa schreibt:
Hochtief erwäge dazu auch eine Kapitalerhöhung, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Entscheidung, diese auch umzusetzen, sei aber nicht gefallen. "Sie gehört zum Tableau, steht aber aktuell nicht an", hieß es in den Kreisen. Mit einer Kapitalerhöhung könnte Hochtief den ACS-Anteil am Konzern - der derzeit bei knapp 30 Prozent liegt - verwässern.
Gleichzeitig scheint man bei Hochtief auch auf eine Art "weißen Ritter" zu hoffen. Wie Dow Jones Newswire berichtet, äußerte kürzlich Hochtief-Gesamtbetriebsratschef Siegfried Müller die Hoffnung, dass ein sogenannter weißer Ritter dem Baukonzern im Kampf gegen den spanischen Kaufinteressenten ACS helfen könnte. "Die Hoffnung ist gegeben", sagte Müller den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Mittwochausgaben) und es seien "Kontakte geknüpft". In wie weit dies jedoch im Einzelnen aussieht, wollte Müller jedoch bisher nicht sagen.
Die Meldung setzt fort:
Weiter sagte der Gesamtbetriebsratschef, SPD-Chef Sigmar Gabriel werde sich im Übernahmekampf um Deutschlands größten Baukonzern Hochtief einschalten. Gabriel werde am Donnerstag zu Gesprächen mit dem Hochtief-Betriebsrat und mehreren Vorständen des Baukonzerns in Essen erwartet. Geplant sei auch, dass der SPD-Vorsitzende an einer Betriebsversammlung teilnimmt.
Wie reagieren die Aktionäre bisher hierauf?
Die Aktionäre scheint die Schlacht momentan noch eher kalt zu lassen. Die Hochtief-Aktie konsolidierte die letzten zwei Wochen ihren Anstieg von 56 Euro auf über 60 Euro.
Quelle: tradesignalonline.com
Sollte hier jedoch die Unterstützung nach unten brechen, könnte es für Anleger unschön werden. Gleichzeitig muss bei der Aktie momentan auch stets mit überraschenden Entwicklungen und damit möglicherweise stärkeren Kursbewegungen gerechnet werden.
Spekulative und risikofreudige Anleger könnten sich die Sache einmal ansehen. Konservativen Anlegern rate ich momentan eher davon ab.
Hochtief ist übrigens der siebtgrößte Baudienstleister der Welt und das Unternehmen mit dem höchsten Internationalisierungsgrad in der Branche. Mit mehr als 66.000 Mitarbeitern und einem 2009er-Umsatz von 18,17 Mrd. Euro ist das Unternehmen laut eigenen Angaben auf allen wichtigen Märkten der Welt präsent.
Hochtief selbst ist in eine Managementholding und sechs Unternehmensbereiche gegliedert. Diese sind: Hochtief Americas, Hochtief Asia Pacific, Hochtief Concessions, Hochtief Europe, Hochtief Real Estate und Hochtief Services.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag Nachmittag.
Herzliche Grüße
Ihr Klaus Buhl
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