Hiobsbotschaften aus Europa und wie es weiter gehen könnte
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 03. April 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Ist sie jetzt dabei auch zu uns rüberzuschwappen, die US-Krise?! Fragen die sich nicht mehr nur einzelne stellen, nachdem nun ein EU-Bericht belegt, dass der Einzelhandelsumsatz in der Eurozone im Februar um 0,5 % zurückgegangen ist.
Na ja, schwerer wiegt wie ich finde die Bayern LB. Jetzt schreiben die auch noch 4,3 Milliarden Euro ab, doppelt so viel wie sie zuvor angegeben hatten. Schon zuvor gab es Gemunkel, dass zwar die US-Banken nun eine schwere Krise hinter sich gebracht haben, aber mit ihren Abschreibungen nun bald so langsam mal durch sein könnten. Ganz im Gegensatz, so Gemunkel, zu den europäischen Banken.
Ernst & Young berichtet gar, die deutschen Banken säßen auf Krediten in Höhe von 200 Milliarden Euro, die nicht mehr bedient werden. Das schlimme daran: es handele sich dabei nicht etwa um US-Spekulationen, sondern um ureigene deutsche faule Kredite.
Himmel hilf, jetzt weiß ich auch, warum die Fernseh-Sendung mit dem netten Schuldnerberater Peter Zwegert so beliebt ist!
Nun ja, das Ende vom Lied ist jedenfalls die Spekulation darauf, dass Trichet und seine EZB-Mannen in diesem Jahr noch den tapferen Kampf gegen eine Zinssenkung aufgeben müssen.
Nun gut, letzten Endes wird sich’s zeigen!
Der positive Effekt des Ganzen war die oben erwähnte Abwertung des EUR/USD.
Gut daran: Der US-Dollar braucht eine Erholung und der massiv hohe Euro längst mal eine Korrekturbewegung.
Ebenso wie die teuren Rohstoffpreise, die nicht nur die Amerikaner schwer belasten!
Auswirkungen auf die Rohstoffpreise
Wie ich schon mehrmals sagte, ist eine Korrekturbewegung unerlässlich und überdies das beste was Einem auf der Suche nach dem neuen günstigen Einstiegszeitpunkt passieren kann.
Das hohe spekulative Kapital muss aus den Rohstoffmärkten abfließen um auch die Aktienmärkte wieder aufs Neue stabilisieren zu können.
Doch der langfristige Ausblick für die Rohstoffe ist nach wie vor äußerst positiv, so dass sich nach einer Korrekturbewegung ein Einstieg erst wirklich lohnt.
Denn erst von einem günstigeren Level aus, wird durch die fundamentale Bewertung der Weg zu neuen Höchstkursen gelegt.
Meine Meinung zu Gold dürfte Ihnen auch bekannt sein: ich gehe davon aus, dass eine Anlage in Gold ein unumstößliches Muss für jedes Depot ist. Vorzugsweise eine Anlage in physisches Gold.
Dennoch, der Markt zeigt sich weiterhin hoch volatil. So fiel der Goldspotpreis im Verlauf des heutigen Handelstages zunächst noch einmal unter die 890 USD-Marke (siehe oben) nur um hernach wieder auf gegenwärtig 905 USD pro Feinunze anzusteigen. Gold profitierte dabei auch von seiner Korrelation zu den Rohölpreisen, die ebenfalls zulegen konnten.
Die Erklärung ist einfach: Der Markt ist im Moment nach wie vor verunsichert. Bullen und Bären geben sich praktisch gleichermaßen die Klinke in die Hand und halten die Schwankungsanfälligkeit hoch. Was im Moment geschieht ist im Grunde nichts anderes als durch Spekulationen getriebenes Trading.
Ehrlich gesagt, haben Bens unsichere Aussagen ebenso dazu beigetragen, wie die neuesten Daten in Bezug auf die Überschuldung der US-amerikanischen Konsumenten, die mit der Rückzahlung ihrer Konsumkredite immer mehr in Verzug geraten.
Doch in den nächsten Tagen muss sich irgendwann ein neuer Trend herauskristallisieren und ich gehe davon aus, dass eine US-Dollar-Unterstützung dann auch den nötigen Druck auf die Rohstoffpreise ausüben wird und Gold dabei bis in einen Bereich um die 860-870 USD treiben könnte. Dann allerdings sollte das Edelmetall wieder eine starke Trendentwicklung erleben.
So long liebe Leser….so oder so wir alle wissen, dass die US-Wirtschaft gegenwärtig leidet und Auswirkungen in anderen Volkswirtschaften nach sich zieht…aber so oder so, der Markt muss nun endlich eine Vertrauensbasis finden von der aus er weiter agieren kann, denn schließlich kommt es sowieso nur auf den Konsens des Glaubens an…bis morgen zum Wochenrückblick…
Ihre Miriam Kraus