Hin zu Inflation, Depression und Revolution
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Eine weitere Einschätzung von mir: Diese "Große Korrektur" wird zum Ende des auf dem Dollar basierenden Währungssystems (Beginn 1971) führen. Keine Papierwährung hat jemals einen kompletten Schuldenzyklus überlebt. Der Dollar wird nicht die erste Papierwährung sein, die das tut.
Das Entschulden wird die Preise niedrig lassen, während Umsätze und Gewinne fallen. Im Laufe der "Großen Korrektur" werden Aktienkurse und Immobilienpreise fallen. Der Boden könnte erreicht sein, wenn man mit US-Aktien eine Dividendenrendite von 5% erzielt - ungefähr dem Doppelten des heutigen Wertes. Das bedeutet, dass bei gleichen Dividenden die Aktienkurse bei der Hälfte des heutigen Wertes stehen werten.
Die schwache Wirtschaftslage kombiniert mit periodischen Liquiditäts-Krisen (wie wir es gerade in Europa sehen) wird die Investoren in die vermeintliche Sicherheit von US-Staatsanleihen treiben. Das wird der US-Regierung ermöglichen, ihre Ausgaben zu niedrigen Zinsen zu finanzieren - trotz riesiger Defizite. Das wird die Fed auch überzeugen, dass sie riesige Summen an Cash ins System pumpen kann, ohne Angst vor einer Inflation. Das werden sie auch tun...
Der Goldpreis mag in der frühen Entschuldungs-Phase fallen. Dann wird er steigen, wenn die späte Phase beginnt. Das wird dann sein, wenn die Fed mit Hochdruck Geld drucken wird. Feinsinnige Investoren - darunter ausländische Zentralbanken - werden vorsichtig sein. Sie werden Gold kaufen.
Der Goldpreis wird steigen. Der Dow Jones wird fallen. Die werden sich beide bei vielleicht 5.000 treffen.
Außerdem schätze ich, dass die entwickelten Volkswirtschaften es sehr schwer finden werden, weiter zu wachsen. Zunächst einmal wegen der Schuldenlast. Dann deshalb, weil ein Großteil ihres Kapitals in unproduktiven Zombie-Industrien "investiert" ist. Und dann, weil ihre Bevölkerungszahlen stagnieren.
Da die entwickelten Volkswirtschaften also nicht mehr stark wachsen können...und da sie bis zum Kinn in Schulden stecken...können sie nicht die Versprechen erfüllen, die sie ihren Bürgern gemacht haben. Das große Abkommen des modernen Wohlfahrtsstaates wird mehr und mehr wie ein schlechtes Geschäft aussehen. Junge, arbeitslose Männer werden zunehmend die Nase voll haben. Sie werden nach radikalen Lösungen suchen...und nach radikalen Anführern, mit einfachen Antworten.
Die Regierungen werden mit Repression antworten. Sie werden nicht friedlich reagieren. Stattdessen werden sie - wie das "Ancien Regime" ihre Zombies und deren Bezüge verteidigen. So wird zum Beispiel die Verteidigungsindustrie versuchen - wahrscheinlich erfolgreich - die Wut der Bürger gegen imaginäre Feinde im Ausland zu richten...und damit gleichzeitig ihre eigene Macht und ihren eigenen Reichtum erhöhen...
Die reale Volkswirtschaft hingegen wird schwächer. Eine Revolution wird beginnen...wahrscheinlich zeitgleich mit Hyperinflation. Am Ende wird die Mittelklasse Pleite sein (die Armen sind es bereits jetzt), und das Land ruiniert.
Das beschreibt es ziemlich genau. Noch Fragen?
Zum zweiten Teil von: Ein Ratespiel - auf gebildetem Niveauähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rischmann (11.01. 2012 09:23 Uhr):
Bill Bonner hat doch manchmal recht lichte Momente. Guter Artikel. Vor allem ist bei ihm nun (endlich!) das Bewusstsein gereift, dass der Goldpreis steigen MUSS! Hoffentlich ist er noch rechtzeitig auf den Zug aufgesprungen.
Antworten - Kommentar von bruno (11.01. 2012 13:57 Uhr):
Natürlich habe ich noch Fragen. Viele ! Aber keine idealen Antworten. Beschränken wir uns nur auf die Eine Frage: Woher soll denn die Verteidigungsindustrie die Mittel nehmen, wenn der grösste Financier keine Mittel mehr hat ? Wird es da eine gemeinsame Umlage geben (z.B. "Gold gab ich für Eisen" usw.) ? Schon jetzt bleibt dem "Tiger" nur noch das Knurren mit geschlossenem Maul, damit keiner sieht, dass ihm die Zähne ausfallen. Die vielen Taler, die die "Heldeneinsätze" gekostet haben brachten weder mehr Sicherheit noch mehr Gerechtigkeit oder gar Demokratie nach westlichem Verständnis. Wie soll das klappen: einen Kampf nach Innen und nach Aussen zu führen? Wäre es nicht sinnvoller, ein System welches instabil geworden ist, so zu korrigieren, dass es im Interesse einer Mehrheit neu entsteht und von dieser Mehrheit getragen wird ?
Antworten- Antwort von Peter Harting (11.01. 2012 15:38 Uhr):
Ein guter Kommentar zu einem wichtigen Artikel. Obwohl BiBo schon mehrfach bekannt gab, nicht in die Zukunft schauen zu wollen und zu können, tut er es unablässig. Jedoch die Lösung kann nur in einigen Köpfen reifen, die das Format von Staatsmännern haben, die natürlich auch weiblichen Geschlechts sein könnten. Die Mehrheit wird, wie Sie richtig sagen, nur "tragen". Das hat sie schon immer getan, nämlich "ertragen". Wir müssten uns radikal von unbezahlbaren Staatswesen verabschieden, was niemals durch eine einfache Maßnahme und entsprechend einfältige "Führer" geschehen kann. Wissen wir als Deutsche gut genug. Aber wer hat das Format und fordert nicht nur sondern bringt es dahin, dass dem Staat nur noch das gehört und zufließt, was des Staates ist (Friedenssicherung nach innen und außen, Gerichtswesen, Polizei, Militär)? Und die sozialen Angelegenheiten, die wirtschaftlichen Kooperationen zur Versorgung, die geistigen Vermögen zur freien Bildung, in die Hände von Einrichtungen legen, die von Leuten besetzt sind, die - jeweils demokratisch gewählt - etwas von der Sache verstehen?
- Antwort von Peter Harting (11.01. 2012 15:38 Uhr):
- Kommentar von mhaggenmacher (11.01. 2012 14:21 Uhr):
Klar sind da noch Fragen! Wie stelt sich Herr Bonner den Neuanfang vor? Irgendwelche Anderungen des derzeitigen Systems oder einfach weiter wie bisher, ein 'reset' ohne Programmänderung also?
Antworten - Kommentar von Livia (12.01. 2012 10:32 Uhr):
Richtig erkannt ist, daß bei stagnierender Bevölkerung kein Wachstum möglich ist. Es geht sogar ins Negative, wenn die Bevölkerung überaltert und Alte durch das System "Rente" aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen werden und so zu "Zombies" gemacht werden. Ein endloses Bevölkerungswachstum ist aber wegen der Begrenztheit der irdischen Ressourcen nicht ratsam. Auch sollte die Bevölkerung der Fähigen wachsen und die der Unfähigen schrumpfen. Genau das Gegenteil ist aber der Fall! Leider steigt die sexuelle Aktivität umgekehrt propotional zur Interligenz. Das entspricht genau der Biologie: Überleben durch Masse ODER Klasse. Zum einen bedarf es eines Wirtschaftssystems ohne Zins; denn der ist auf (Bevölkerungs-)Wachstum angewiesen um zu funktionieren, zum Anderen kann man die gebärunfreudige Ober- und Mittelschicht nicht einfach durch Minderinterligente ersetzen; selbst Fördern und Bilden bis zum Umfallen macht keinen Sinn, wenn das biologische Rüstzeug fehlt!
Antworten- Antwort von Pinco Pallino (19.01. 2012 09:32 Uhr):
Idiocracy ist glaub der Film dazu
- Antwort von Pinco Pallino (19.01. 2012 09:32 Uhr):