Hilft der Wahlsieg Obamas dem US-Dollar?
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 5. November 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Glückwunsch an Barack Obama zu seinem Wahlsieg.
Da ich hier im Trader´s Daily nichts zu „offensichtlichen Nachrichten" schreiben möchte, welche ich auch nicht besser als jeder andere kommentieren kann, möchte ich einen Aspekt herausgreifen:
Die Demokratische Partei hat auch beide Kammern des Kongresses gewonnen.
Dazu eine interessante Analyse von HSCB Trinkaus:
„Seit der Wahl von Jimmy Carter 1976 hat es insgesamt drei Zweijahresperioden gegeben - die Wahl zum Repräsentantenhaus findet ebenso alle zwei Jahre statt wie die Wahl von einem Drittel der Senatoren -, in denen die Demokraten sowohl den Präsidenten gestellt als auch das Parlament in beiden Kammern kontrolliert haben (1977-79, 1979-81, 1993-95). In diesen Phasen konnte der Dollarindex in den sechs Monaten nach der Wahl durchschnittlich um rund 0,8 % zulegen."
Solche „mono-kausalen" Erklärungen mag ich eigentlich nicht. Es ist meistens (wie überall im Leben) ja nicht so einfach, es gibt dann doch ein ganzes Bündel an Gründen...
...aber halten wir fest: Dies ist ein Faktor, der tendenziell für eine Erholung des Dollarkurse spricht.
*** Haben Sie das mitbekommen?
In Japan war die letzte Senkung der Leitzinsen äußerst umstritten. Nur durch die Stimme des Vorsitzenden der „Bank of Japan" wurde die letzte Leitzinssenkung durchgesetzt: Es ging von 0,50% auf 0,30% bergab.
Viel Spielraum nach unten gibt es da wahrlich nicht!
Mal schauen, ob die US-Zentralbank da mithalten wird, was das absolute Niveau betrifft. (Im letzten Zinsschritt ging es von 1,50% auf 1,00% abwärts...)
*** Und noch ein Hinweis: In den letzten Tagen haben mir zahlreiche Leser ein Gedicht zugesendet: „Wenn die Börsenkurse fallen..." - dieses soll perfekt zur derzeitigen Situation passen.
Tut es auch! Aufmerksame Leser(innen) haben aber auch gemerkt: Dieses Gedicht habe ich bereits vor Wochen hier im Trader´s Daily als „Gedicht des Tages" gebracht.
Da so viele Rückmeldungen kamen, küre ich es heute nochmals zum „Gedicht des Tages". Mit dem wichtigen Hinweis: Dieses Gedicht wurde von Kurt Tucholsky verfasst - im Jahre des Herrn 1930, als die Weltwirtschaftskrise aus den USA nach Europa übergeschwappt war.
Lesen Sie das Gedicht, und Sie werden wahrscheinlich genauso wie ich „baff" sein, dass dies 1930 und nicht 2008 geschrieben worden ist.
Wie schrieb ich in meinem Buch „Unentdeckte Chancen. Rohstoffe und Emerging Markets von morgen":
„Alles wiederholt sich auf der Welt und damit auch in der Finanzwelt - die Menschen werden nur nicht alt genug, um das zu bemerken."
In diesem Sinne!
Ihr
Michael Vaupel