Hier Hui und drüben Pfui
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 5. Juli 2010, 17:00 Uhr
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hoffentlich hatten Sie wenigstens ein schönes Wochenende. Seitens der Börsen gab es ja in den vergangenen Tagen, ganz im Gegensatz zur Fußball WM, nicht viel Positives zu berichten. Etwa vier Prozent gaben die wichtigsten internationalen Indizes ab, was auch den Verlusten von DAX und SDAX entspricht. Nur mit knapper Not konnte der DAX seine wichtige 200-Tage-Linie verteidigen. Vergangene Woche schrieb ich hier bereits, dass man als Kolumnist derzeit schnell eine schlechte Figur macht, sobald man sich nur etwas aus dem Fenster lehnt und eine eigene Meinung vertritt. Mittlerweile haben sich die Dinge sogar noch etwas deutlicher zum Negativen hin verschoben. Wenn man die traditionelle Charttechnik anwendet, muss man einfach festzustellen, dass die US-Börsen sich in einem etablierten Abwärtstrend befinden. Es gibt kaum noch positive Stimmen, die ein Unterschreiten der wichtigen Marke von 1.000 Punkten im S & P 500 nicht schon als zwangsläufige Entwicklung darstellen würden. Trotz allen Ernstes der Lage erkenne ich übrigens genau hier die größte Chance für die Bullen. Denn bekanntlich kommt es an den Börsen fast immer anders als die Mehrheit denkt und der Pessimismus ist bereits gewaltig.
Ambivalente Nachrichtenlage
Sehr zwiespältig waren die konjunkturellen Meldungen der vergangenen Woche. Auf der einen Seite kommt die deutsche Wirtschaft immer besser aus dem Tal der Tränen". Deswegen will der Bund nun sogar alle staatlichen Zuschüsse für Firmen bereits zum Jahresende auslaufen lassen. Wichtige Wirtschaftszweige stützen diesen Optimismus. Die Technologiebranche z.B. sieht sich bereits auf dem Niveau vor der Krise, wie der Branchenverband Bitkom berichtete. Dem Arbeitsmarkt kommt das zugute: Jedes zweite Unternehmen wolle in diesem Jahr zusätzliche Arbeitskräfte einstellen. Die Informations- und Telekommunikations- Industrie sieht sich mittlerweile als einer der wichtigsten Industriezweige - bei der Bruttowertschöpfung noch vor der Automobil-, Elektro- und chemischen Industrie. Aber auch die Schlüsselbranche Maschinenbau holt kräftig auf und sieht einen stabilen und vor wenigen Monaten noch nicht erwarteten Aufwärtstrend für die stark exportorientierte Branche. Ganz anders leider das Bild auf der anderen Seite des Atlantiks. Dort kommen weder der wichtige Immobilienmarkt noch der Arbeitsmarkt in Schwung. Die starken Kostensenkungen der verschiedenen Sektoren verhindern, dass Unternehmen den Mut zeigen, wieder neue Arbeitskräfte an Bord zu holen. Keine Frage, in diesen Tagen sieht der Aktienmarkt nicht besonders attraktiv aus und man muss lange nach Kaufgründen suchen. Aber alleine schon die Tatsache, dass der jüngste US Arbeitsmarktbericht vom Freitag nur" in etwa so schlecht war wie erwartet, könnte die Kurse wieder anziehen lassen. Auch weil mittlerweile die Indizes stark überverkauft sind.
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