Hey FED – wie geht’s jetzt weiter?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 23. Juni 2009, 20:00 Uhr
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Aktuell debattieren FED-Chef Bernanke und seine tapferen Mannen wohl darüber was sie uns morgen so alles erzählen werden. Oder, was ich persönlich glaube, wie sie uns am besten mitteilen, dass sie den Leitzins so rasch nicht anheben werden.
Doch ich will nicht zu schnell vorgreifen: zur Einstimmung auf das heutige Thema, möchte ich Ihnen zunächst einen Auszug aus dem Rohstoff-Daily vom 07.01 .2009 präsentieren:
"Inflation ist gewollt!
Liebe Leser,
klingt etwas ketzerisch die Überschrift, nicht wahr?! Wenn wir an Inflation denken, dann haben wir (vor allem als Deutsche) meist die Schreckensbilder der Weimarer Republik im Sinn. Millionen für ein Brot! Fast unbezahlbare für das Überleben aber bitter notwendige Agrarrohstoffe, ganz zu schweigen von Gebrauchsgütern. Schreckensbilder eben, die Angst verbreiten und welche niemand wieder sehen möchte!
Doch unsere Zentralbanken wollen mittlerweile eine Inflation. Gut, sie wollen sicher auch nicht die Schreckensbilder einer Hyperinflation aus dem Jahre 1923 in der aktuellen Realität wiederholt sehen.
Nein, im Grunde genommen wollen die Zentralbanken nur das kleinere Übel in Kauf nehmen: lieber Inflation als Deflation. Oder anders: lieber Inflation als Depression oder gar eine Große Depression. Kann man ihnen nicht verübeln, denn wer ganz genau in die Vergangenheit blickt wird erkennen, dass ein bisschen Inflation mit Sicherheit einer Depression mit ihrem (ich drücke es einmal etwas bildlich aus) dunklen Nichts vorzuziehen ist.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt wie ich dazu komme, derartiges von unseren Notenbankern zu behaupten! Wobei ich ehrlich gesagt wieder einmal hauptsächlich auf die FED abziele, die übrigen Notenbanken aber nicht ganz ausnehmen will.
Die Antwort: Weil die monetäre Politik vieler Zentralbanken darauf ausgerichtet unter allen Umständen eine Reinflationierung zu betreiben!!!
Dazu gehört in allererster Linie einmal die Zinspolitik. Und hier steht die FED an vorderster Front um mit ihrer Nullzinspolitik für die Inflation zu kämpfen. So wie es aussieht wird sie das auch noch eine ganze Weile lang tun. Am Dienstag wurde das Sitzungsprotokoll des Federal Reserve Committees vom 16. Dezember veröffentlicht. Hier heißt es explizit, es sei sinnvoll den Leitzins im Angesicht der konjunkturellen Talfahrt noch einige Zeit auf äußerst niedrigem Niveau zu halten.
Damit ist die Waffe, genannt Zinspolitik erst einmal abgefeuert. Aber die FED wäre nicht die FED, wenn sie nicht noch einen Damenrevolver in der Handtasche hätte: das Quantitative Easing mit dessen Hilfe die FED durch Kaufen, kaufen, kaufen" die Liquidität auf andere Art weiter steuert. Von der Ausweitung des FED-Balance-Sheets will ich ja gar nicht schon wieder sprechen.
Tja, ich nehme an, es ist das Schreckgespenst der Deflation (und natürlich die trüben Konjunkturaussichten) welches die FED umtreibt."
Warum ich Ihnen diesen Auszug vorstellen wollte? Nun ja, weil sich in meinen Augen eigentlich nichts geändert hat.
Doch, Halt! Mit zwei Ausnahmen:
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zum einen wächst mittlerweile die Kritik an der FED-Politik US-Schulden mit Geld aus dem Nichts aufzukaufen, aufgrund wachsender Sensibilisierung für eine daraus entstehende massive Inflationsproblematik (sogar die deutsche Kanzlerin hat sich ja inzwischen öffentlich Sorgen gemacht)
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und zum anderen gibt es tatsächlich Leute, die im Vorfeld auf eine Zinsanhebung gewettet haben. Gut, mittlerweile sind sie weniger geworden - die Futures-Märkte sagen uns aber gegenwärtig, dass noch immer eine 38% ige Chance für eine Anhebung gesehen wird, gegenüber 49% in der Vorwoche
Die Frage ist also, was wird die FED uns, nach ihrem Meeting, morgen erzählen?!
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