Heute: Trendstärke messen, aber wie? (Teil 1)
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 25. Januar 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Sie haben in den letzten Wochen meiner Einstiegsserie Investor-Wissen-Daily das Wichtigste gelernt, was Sie über Oszillatoren wissen müssen, um sich erfolgreich im Markt zu behaupten. Was Sie neben Money Management, Berechnung von Positionsgrößen und Trendbestimmung aber noch benötigen, ist ein Messinstrument für Trendwechsel. Das ist insofern sinnvoll, als sich Oszillatoren in ihrer analytischen Aussagekraft sehr ähneln. Wir stellen Ihnen in dieser Woche zwei Konzepte vor, mit denen Sie Trendwechsel und Trendstärke sichtbar machen können. Mithilfe dieser Instrumente können Sie auf einen Blick erfassen, ob Sie am Anfang einer Bewegung stehen oder ob der Markt bereits zu stark geworden ist und es sich nicht mehr lohnt, das Risiko einzugehen.
Das Aroon Indicator System
wurde 1995 von Tushar Chande erfunden. Dieser Indikator stellt in zwei Linien - Aroon up (grün) und Aroon down (rot) - dar, wie lange das letzte 25-Tage-Hoch (14-Tage-Hoch) beziehungsweise 25-Tage-Tief (14-Tage-Tief) zurückliegt. 25 Tage und 14 Tage sind hierbei Standardeinstellungen für die betrachteten Zeitfenster.
Interpretation
Wenn der AROON-UP oberhalb des AROON-DOWN notiert und sich die Linie im Extrembereich zwischen 70 und 100 befindet, signalisiert dies einen Aufwärtstrend. Ein Abwärtstrend wird signalisiert, wenn der AROON-DOWN über dem AROON-UP notiert und sich die Linie im Extrembereich ebenfalls zwischen 70 und 100 befindet.
Es gibt Computer-Programme, in denen die Standardeinstellung bei 80 Prozent verläuft. Der Grenzwert von 70 wurde von Tushar Chande vorgegeben, kann aber auch an den jeweiligen Markt nach oben angepasst werden. Befinden sich die beiden Indikatorlinien im neutralen Bereich - also unterhalb der Signallinie, deutet dies auf eine Seitwärtsbewegung hin. Trendfolger interessieren sich also nur für Indikatorstände im Extrembereich oberhalb der Signallinie von 70 (80) Prozent.
Ein Überkreuzen der beiden Linien ist ein erstes Anzeichen für einen möglichen Trendwechsel. Befindet sich einer der Indikatoren in der Extremzone, gilt der Trend als bestätigt. Je höher die jeweilige AROON-Linie notiert, desto kontinuierlicher verläuft ein Trend. Nachteil: Der AROON gibt über die Trendstärke selbst keine Auskunft.
BÜ: ETF auf den S&P500 (SPY) (Stand am 7. 06.2010: 104,35 USD)
Zum zweiten Teil von: Fortsetzung: Trendstärke messen, aber wie? (Teil 1)
