Herr Krugmans aktuelle Äußerungen...
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 23. Juni 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
(Fortsetzung des Artikels von gestern)
"Starökonom" Paul Krugman und die scheinbar unüberwindbare Schwierigkeit des Begreifens der einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhänge
Leider ließ es sich vorgestern nicht vermeiden und ich lief zu meinem schweren Bedauern versehentlich in einen Artikel über Herrn Krugman hinein. Wie immer musste ich mit Schrecken feststellen, was Herr Krugman diesmal wieder von sich gab.
Worum geht es?
Paul Krugman attackierte in einem Interview mit dem Handelsblatt Bundesbankpräsident Axel Weber sehr scharf (Auszug aus dem verlinkten Spiegel-Artikel):
Weber sei "ein Risiko für das Schicksal des Euro", sollte er im kommenden Jahr Jean-Claude Trichet als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) beerben. Das sagte der renommierte US-Ökonom dem Handelsblatt. Krugman [...] begründet seine Meinung mit der harten Haltung Webers in der Euro-Schuldenkrise. "Die Gefahr, dass es zu einem Dominoeffekt von Griechenland über Spanien und Portugal bis nach Italien kommt, ist viel größer, wenn die EZB einen so konservativen Präsidenten hat. Das wäre ein Desaster für alle."
Weiterhin schreibt der Spiegel:
Krugman warnte in dem Interview zudem vor einem Rückfall in die Rezession. Die Welt brauche im Moment nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme, lautet sein Credo. "Die Deutschen und Franzosen hassen es, auch nur kurzfristig Defizite hinzunehmen, sie hassen eine lockere Geldpolitik, klammern sich an jeden Vorwand, um dagegen zu sein. Wir Amerikaner sehen das ganz anders", sagte Krugman.
Bundesbankpräsident Weber hingegen sieht die Dinge "etwas" anders. Nochmal ein Auszug aus dem verlinkten Spiegel-Artikel:
Weber läuft derzeit Sturm gegen die Entscheidung des EZB-Rats von Anfang Mai, Staatsanleihen von Problemländern wie Griechenland zu kaufen. Er sieht im Vorgehen der Notenbank erhebliche "stabilitätspolitische Risiken", konnte sich aber bei der entscheidenden Abstimmung nicht gegen Notenbankchef Trichet durchsetzen.
Betrachten wir diese Zeilen einmal etwas genauer...
In diesen Zeilen steckt so viel, das sollten wir uns einmal auf der sprichwörtlichen Zunge zergehen lassen.
"Experte" Krugman möchte also, ganz in verblendeter, keynesianischer Scheuklappenmanier, noch mehr Staatsschulden, da er meint, dass damit die Rezession "bekämpft" werden könne. Doch Moment... haben Staatsschulden nicht erst gerade Griechenland in die Knie gezwungen und bedrohen gerade weitere europäische Staaten oder bringe ich da etwas in meiner geistigen Schlichtheit durcheinander? Was ist denn mit dem Anleihenmarkt, Herr Krugman? Wenn hier die Halter der Schulden auf den Verkaufknopf drücken und ein Land in die Abwärtsspirale schicken, weil die Schulden zu hoch sind? Haben wir die Probleme nicht gerade mit den ganzen Länderrating-Downgrades in der Eurozone? Trotzdem sollen noch mehr Schulden gemacht und Schulden mit Schulden "bekämpft" werden?
Und einmal ganz davon abgesehen: Schulden macht man als Staat nicht "einfach so". Um diese und die Zinsen hier zu begleichen, muss der Staat seinen Bürgern und Unternehmen mehr Geld abnehmen (oder diese per Inflation "besteuern"), was wiederum die Wirtschaft bremst und durch das abgenommene Geld der Bürger und Unternehmen Wirtschafts- und Investmenttätigkeit verhindert und damit neue Arbeitsplätze am Entstehen gehindert werden. Stattdessen möchte Herr Krugman lieber, dass ein ineffizienter Bürokratiekraken planwirtschaftlich die eingetriebenen Gelder seiner Untertanen verteilt, wobei auch noch eine effiziente Wirtschaftsstruktur, die sonst über den freien Markt entstehen würde, verhindert wird.
Vor diesem Hintergrund maßt sich der "Experte" Krugman dann auch noch an, Axel Weber zu kritisieren, da dieser verstanden hat, dass die internationalen Bondmärkte eben nur bis zu einem gewissen Grad zusehen, was die staatliche Schuldenmacherei angeht.
Herr Krugman verkennt hier also völlig die Situation, nämlich dass die exzessiven Schulden Griechenlands überhaupt erst das Land in diese Lage brachten. Stattdessen möchte Herr Krugman noch mehr Schulden und noch mehr Bezin ins Feuer kippen.
Fast schon nicht mehr kommentieren möchte man da Krugmans Äußerung bzgl. "wir Amerikaner sehen das anders". Dies zeigt schon die klare Hybris, die hier offenbar vorliegt, wenn die eigenen absurden Ansichten auf die ganze Nation projeziert werden, gibt es doch gerade in den USA eine sehr starke Tradition der sog. "Österreichischen Schule" (man beachte z.B. das Mises Institute), welche Krugmans Äußerungen gerade keinesfalls teilt.
Aber genau derartige gefährliche Irrlehren und Einstellungen waren und sind es, die uns hierher geführt haben, wo wir jetzt sind. Experten im Bedienen der Gelddruckmaschine und im Verhindern von Marktwirtschaft durch ständige staatliche Eingriffe (aber scheinbar ohne Verständnis für einfache wirtschaftliche Zusammenhänge) nennen sich "Ökonomen" und geben "schlaue" Ratschläge.
Glücklicherweise ist scheinbar nicht jedes Land mit derartigen "Experten" wie Herrn Krugman gesegnet. Saudi Arabien z.B. nutzt schon, wie nun herauskam, länger die Gunst der Stunde und deckt sich mit weit mehr Gold als man bisher schätzte ein, und das, während sich ein weiterer "Experte", Herr Bernanke, laut eigenen Angaben nicht erklären kann, warum Gold steigt. Für ihn sei dies "ein Rätsel", wie er ernsthaft in aller Öffentlichkeit kürzlich von sich gab..
Ich kann mich auch hier nur wieder einmal selbst zitieren: Kaufen Sie weiterhin Gold. Wie es scheint, könnte es durchaus sein, dass Sie es in Zukunft dank manch eines "Experten" an den Schalthebeln noch brauchen werden, auch wenn ich es nicht hoffe.
Beste Grüße
P.S.:
Glücklicherweise gibt es noch Leute, die im Gegensatz zu Herrn Krugman oder Herrn Bernanke die aktuelle Situation offenbar weitaus besser durchschauen (sehr lesenswertes Interview, wie ich finde)...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Peter Straub (23.06. 2010 18:46 Uhr):
Hallo Herr Hahn, heute möchte ich Ihnen eine Argumentationshilfe zu ihrem Artikel „Krugmann“ geben. Grundsätzlich sind Ihre Überlegungen auch die Meine. Ich kann daran nichts aussetzen. Gehen Sie einmal zurück in die nähere Geschichte, z.B. das Jahr ca. 2000 mit der Internetbla-se/-krise. Ihr geschätzter Kollege Bill Bonner hatte über Jahre hinweg seine Überlegungen allgemein gegenüber den Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger (hier: Mathemati-ker) mehrfach beschrieben. Seine Skepsis und Bestürzung gegenüber diesen Gruppen, wie diese damals mit Ihren mathematischen Modellen das System und damit die Anleger in die Bredoullie gebracht haben, bzw. jetzt wieder bringen werden. Selbst aber dabei reich wurden. Vielleicht gehört Krugmann ebenfalls in ein solches System. Immerhin gehört Krugman dem Beraterstab des amerikanischen Präsidenten an! Und in dieser Position sind solch krude Äu-ßerungen und Denkformen von Relevanz! Welchen Interessen dient Krugman? Das wäre ein-mal wichtig zu erfahren! Deshalb mein Vorschlag: Es nützt nichts, wenn wir wissen, was alles falsch läuft, rsp. dem-nächst wieder falsch laufen wird. Wie können wir uns vor diesem Personenkreis schützen? Müsste eigentlich bei diesen Äußerungen die Ratingagenturen nicht jetzt schon dagegen Sturm laufen? Diese bewerten doch auch den Ausblick? Oder? Oder haben diese bereits wieder andere (eigene) Interessen? Die Finanzindustrie verdient sich noch dumm und dämlich an den Anleger und Staaten! Wie wollen Sie die Ratingagenturen angehen? Das würde mich interessieren! Denn nur von deren Äußerungen im Vorfeld über den Ausblick eines Staates könnte m.E. ein „Turn“ im Denken und Verhalten der Anleger etwas bringen – und damit zur Schadensbegrenzung für diese beitragen. Nicht erst, wie z.B. bei Griechenland, im Nachhinein! Ansonsten sollte jeder Anleger schauen, wie er über die Runde kommt. Vor allem hellhörig werden, wenn wieder ein studierter Wirtschaftler etwas zu sagen hat. (Nebenbei: Auch ich bin ein studierter Wirt-schaftswissenschaftler). Von den Banken hat er nicht allzu viel zu erwarten. Viele Grüße Klaus-Peter Straub 64646 Heppenheim
Antworten - Kommentar von Dr Papp Ernoene Ungarn (23.06. 2010 20:37 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn! Ich frage mich laufend, warum solche Leute wie Krugman, Bernanke, usw. leitende und Weltbestimmende Leute sind. Wieso sehen es die Fachkreise nicht genauso wie es ist, dass diese Leute Nieten sind? Und Herr Krugman hat außerdem auch noch Nobelpreis bekommen. Wofür? Wieso leben wir in einer solch falschen Welt? Warum lassen es die Massen zu, dass ihr Leben durch solche Leute zerstört wird? Ich weiß, dass es schwerwiegende Fragen sind, trotzdem würde ich es einmal gerne verstehen. Vielleicht haben Sie den goldenen Schlüssel zur Antwort. Mit freundlichen Grüßen:
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