Heidelberger Druck: Konzentration auf das Kerngeschäft
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 27. November 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck reagierte heute mit der Ankündigung von Restrukturierungsmaßnahmen auf die schlimmste Krise in der Firmengeschichte. Das Unternehmen will nun aus der Produktion von Rollenoffsetdruckmaschinen für den Druck von Zeitungen aussteigen. Begründet wird das damit, dass sich diese Sparte nicht wirklich wettbewerbsfähig erwiesen hat. Die ebenfalls defizitäre Digitaldruck-Sparte soll bis März 2004 umstrukturiert werden.
Insgesamt will sich das Unternehmen nun auf das Kernsegment Bogenoffsetdruck konzentrieren, da dies die einzige Sparte ist die noch schwarze Zahlen schreiben konnte. Daneben bleiben die Druckvorstufen und die Druckweiterverarbeitung bestehen. Damit orientiert sich der Konzern auf kommerzielle Druckereien sowie Verpackungs- und Etikettendrucker.
Im Zuge dieser Neustrukturierung sollen weitere 1000 der 23.000 Stellen abgebaut werden.
Im nächsten Jahr soll deswegen auch ein deutlich besseres Ergebnis als in diesem Jahr erreicht werden. Bis 2006/07 erwartet Heidelberg Druck sogar ein Anstieg beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 10–12 % vom Umsatz.
Ein guter Schritt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Konzentration auf zum Teil profitable Kernbereiche immer der richtige Weg war. Man sollte die Aktie beobachten. Noch werden allerdings die Kosten dieser Restrukturierung das Konzernergebnis belasten.