HeidelbergCement steigt in den DAX auf
Cindy Bach in Insider Daily
vom 7. Juni 2010, 14:30 Uhr
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es ist mal wieder Stichtag. An der Deutschen Börse werden zum 21. Juni erneut Index-Anpassungen durchgeführt. Das bedeutet, die einen steigen auf. Für die anderen heißt es, Abstieg in die "unteren Ränge". Veränderungen gibt es in allen Indizes, angefangen vom SDAX bis rauf in den DAX.
Deutschlands größter Baustoffkonzern HeidelbergCement feiert ein spektakuläres Comeback. Noch vor einem Jahr steckte der Baukonzern tief in der Krise, stand bereits am Abgrund. Nun zieht das Unternehmen in den DAX ein und löst Stahlkonzern Salzgitter ab, der in den MDAX aufgenommen wird. "Damit haben wir ein wichtiges Unternehmensziel für 2010 erreicht", sagte HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele nach der Entscheidung der Deutschen Börse von Freitagabend.
"Der Aufstieg in den DAX macht uns insgesamt attraktiver für die Kapitalmärkte und eröffnet uns neue Anlegergruppen", sagte der HeidelbergCement-Chef den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. Neben zusätzlichen Index-Investoren erwartet er auch eine Stärkung der deutschen Aktionärsstruktur. Unter den 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zu sein, rückt ein Unternehmen stärker in den Fokus der Anleger.
Zudem werde die Mitgliedschaft im DAX der Position von HeidelbergCement als einer der weltweit führenden Baustoffhersteller mit starken internationalen Marktpositionen in Europa, Nordamerika, Afrika und Asien-Pazifik gerecht, argumentiert das Unternehmen. Konkurrenten wie etwa die Schweizer Holcim oder auch Lafarge aus Frankreich sind schon seit Jahren in den Leitindizes ihrer Heimatländer gelistet.
Auf dem Traditionsunternehmen, das einst mehrheitlich zum Merckle-Familienimperium gehörte, lastete ein Schuldenberg aus dem 14 Mrd. Euro teuren Kauf des britischen Konkurrenten Hanson. Die in der Finanzkrise steckenden Banken wurden unruhig. Im Juli 2009 sollte ein großer Teil der Kredite fällig werden. Über Notverkäufe oder sogar eine Pleite wurde spekuliert. Doch Konzernchef Scheifele brachte das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung, erfolgreichen Verhandlungen mit Banken und einem rigiden Sparplan wieder auf Kurs. Er peilte seitdem auch den Sprung in die erste Börsenliga an.
Mittlerweile zählt HeidelbergCement zu den größten Baustoffherstellern weltweit mit mehr als 2500 Standorten. Bei den sogenannten Zuschlagstoffe wie Sand und Kies ist HeidelbergCement nach eigenen Angaben sogar Weltmarktführer. Wachstumschancen sieht das Unternehmen derzeit vor allem in der Region Asien-Pazifik sowie in Afrika und im Mittelmeerraum.
Kabel Deutschland und Brenntag mit schnellem Aufstieg
Neben HeidelbergCement kann sich auch „Börsenfrischling" Kabel Deutschland über einen Aufstieg in die nächst höhere Börsenliga freuen. Der Netzbetreiber ersetzt ab dem 21. Juni gemeinsam mit Börsenneuling Brenntag die beiden Konzerne Pfleiderer und MLP im MDAX. Pfleiderer, MLP sowie Tom Tailor werden in den SDAX aufgenommen. Den SDAX-Index verlassen dafür VBH, Villeroy Boch und Dyckeroff.
So ist das "Börsenleben" - die einen können über mehr Präsenz jubeln, die anderen müssen nach Jahren erfahren, dass sie nur noch Mittelklasse, nicht mehr Blue Chip sind. Doch für Salzgitter wiegt der Abstieg nur auf den ersten Blick schwer. Sicher: Die Branche hat es angesichts des Einbruchs der Stahlpreise schwer. Prognosen sind da Schall und Rauch. Doch Salzgitter das finanziell unabhängigste Unternehmen in der Branche sei und jederzeit handlungsfähig, sagt auch Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe. Damit ist Salzgitter unabhängiger vom Preis-Auf-und-Ab als andere "Stahl-Kollegen". Vielleicht ist es für Salzgitter sogar besser, der führende in der zweiten Liga zu sein, als ständig die "rote Laterne" im DAX mit sich umher zu tragen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Klaus Landfried (07.06. 2010 17:50 Uhr):
Zwar freut sich ein Heidelberger, dass Heidelcement wieder im DAX mitlaufen darf. ABER: selbst wenn Psychologie das Marketing zur Hälfte stützt: die andere Hälfte muss von der Qualität und der Nachhaltigkeit der Ergebnisse - über mehr als 3 Jahre im Minimum - getragen werden. Wer die Bilanz von Heidelcement kennt, welch schwireiger Weg noch vor ihnen liegt. Was die anderen angeht: auf die Dauer hat der die richtigen, d.h. dabei bleibenden Aktionäre, der seine Ergebnisse (nicht die im Quartal, die sind so oberflächlich wie Temperaturmessungen) durch konsequente Orientierung an den Wünschen der Kunden gewinnt - und seine Mitarbeiter fair behandelt. Anton Schlecker spürt gerade, was Verstöße gegen dieses eherne Gesetz (schon von Albert O.Hirschman vor über 60 Jahren in Gleichungen formuliert..) für Folgen zeitigen.
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