Heidelberg Cement mit leichtem Umsatzrückgang
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 21. Februar 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Der Baustoffhersteller Heidelberg Cement (WKN 604700) muss einen Rückgang des Konzernumsatzes im Jahr 2002 um 1,8 % auf 6,57 Mrd. Euro hinnehmen. Allerdings stieg der Absatz von Zement und Klinker um 1,8 % auf 45,8 Mio. Tonnen. Besonders brach der Umsatz in Deutschland und den Nachbarstaaten ein, hier kam es zu einem Rückgang von 13 %.
Auch 2003 sollen die hohen Schulden weiter abgebaut werden. So seien weitere Verkäufe und eine anhaltende Zurückhaltung bei den Investitionen geplant. Daneben werden weitere Kosteneinsparungen vorgenommen. Um die liquiden Mittel zu schonen, plant der Vorstand, dem Aufsichtsrat eine Stockdividende vorzuschlagen, d.h. eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Umfang der letztjährigen Dividende (1,15 Euro), im Verhältnis von rund 22 Altaktien zu einer neuen Aktie.
Das vierte Quartal sei zufrieden stellend verlaufen, so der Konzern.
Beim Ausblick zeigt sich Heidelberg Cement jedoch wegen der unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Lage nur verhalten optimistisch. In Osteuropa werden die stärksten Wachstumsimpulse erwartet.
Im Moment läuft noch ein Kartellverfahren gegen 30 Unternehmen der Branche wegen angeblicher Preisabsprachen. Hier sieht sich Heidelberg Cement weiterhin wenig betroffen. So zeigt sich das Unternehmen überzeugt, in dem Verfahren eine untergeordnete Rolle zu spielen. Nach Angaben aus Branchenkreisen könnte Heildelberg Cement eine Strafe von bis zu 400 Mio. Euro. drohen.
Heidelberg Cement legt um 0,8 % auf 24,29 Euro zu. Ein Kauf drängt sich nicht auf.