Hedgefonds in der Krise
Rüdiger Maaß in Wave Daily zum Thema Fonds
vom 18. Juli 2007 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
erinnern Sie sich noch an die Milliarden Verluste einiger Händler der WEST LB bei hochspekulativen Börsengeschäften? In den USA sind zwei Hedgefonds von Bear Stearns in eine Notlage geraten. Es sollen am Mittwoch Verhandlungen mit den Kreditgebern der Fonds fortgesetzt werden. Manche Beobachter vermuten weitreichende Folgen an den internationalen Finanzmärkten, wenn die Fonds geschlossen werden sollten.
Die beiden Fonds hatten ca. 20 Milliarden Dollar in Wertpapiere investiert, die durch hochverzinsliche Hypotheken an Hausbesitzer mit geringer Bonität gedeckt waren. Die Manager setzten fälschlicherweise auf steigende Preise und sinkende Renditen.
Eine große Investmentbank und Kreditgeber von dem Hedgefond will Anleihen im Wert von 800 Millionen Dollar veräußern. Eine andere Investment Bank soll ihren Plan, Anleihen im Wert von 400 Millionen Dollar zu verkaufen, verschoben haben.
Die Lage am Hypothekenmarkt in den USA ist ernst: In den Jahren sollen massiv hochverzinsliche Kredite an ärmere Menschen verkauft worden sein, ohne die Bonität zu prüfen. Um das Ausfallrisiko zu senken, wurden die Kredite gebündelt und am Kapitalmarkt untergebracht.
Aus diesem Angebot hat sich Bear Stearns bedient. Andere Hedgefonds sollen das Geld Ihrer Investoren ebenfalls in diesem Markt investiert haben.
In der vorherigen Woche hatten wir uns gemeinsam einen Élliott Wave Chart über die Zinsentwicklung in den USA angesehen. Erinnern Sie sich noch an den Chart der 30 jährigen T-Bonds? Seit dem Jahr 2004 prognostiziere ich steigende Zinsen in den USA. Die Manager der Hedgefonds von Bear Stearns setzten auf sinkende Renditen und folgten nach meiner Einschätzung dem seit langer Zeit bestehenden Trend.
Sollten weitere Hedgefonds mit derselben Strategie arbeiten, könnte die Krise bei Bear Stearns nur die Spitze vom Eisberg darstellen.
In der letzten Woche hatte ich Ihnen einen Chart der 30 jährigen T-Bonds vorgestellt. Dank Herrn Elliott wissen wir, dass sich seit 2004 ein Signal für steigende Zinsen entwickelt hat (fallendes diagonales Dreieck)
Fazit: Das Elliott Wave Prinzip hätte vor den hohen Verlusten schützen können, weil seit Jahren eindeutige Signale für steigende Renditen entstanden sind. Nun kann sich auch jeder Elliott Wave Analyst irren und Verluste produzieren. Die Verluste werden durch ein, an das Elliott Wave Prinzip, angelehntes Risikomanagement begrenzt und können nach meiner Meinung nicht zu einem Totalverlust führen. In der Presse wird behauptet, dass das Spielgeld von 20 Milliarden Dollar größtenteils verbrannt worden ist.
Ich kenne die Zusammenhänge bei den, in die Krise geratenen, Hedgefonds nur unzureichend, um mir ein Ureil erlauben zu können. Wenn das gesamte Kapital nahezu verbrannt worden ist, muss es kein ausreichendes Risikomanagement gegeben habe, glaube ich. Das Risikomanagement ist nach meiner Meinung einer der wichtigsten Bausteine für Börsengeschäfte. Angesichts dieser enormen Verluste können wir dankbar sein, dass wir ein hervorragendes System zur Bewertung von Finanzmärkten besitzen, dass sich ausgezeichnet mit einem Risikomanagement ergänzen lässt.