Hedgefonds - Eine kleine Einführung
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Rohstoffe
vom 26. Februar 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
kürzlich erhielt ich die Bitte, einen Artikel über Managed Futures Fonds zu verfassen. Da das Thema sehr komplex ist, werde ich Ihnen in der heutigen Ausgabe zunächst einmal eine kleine Einführung in die Welt der Hedgefonds geben.
Hedgefonds sind eine spezielle Art von Investmentfonds, welche das Ziel haben, in jeder Marktlage durch verschiedenste Strategien eine positive Rendite zu erwirtschaften.
Die Idee des Hedgefonds geht auf den Finanzjournalisten Alfred W. Jones zurück, welcher im Jahr 1949 den ersten Hedgefonds gründete. Jones setzte neben dem Leerverkauf von Aktien auch auf Instrumente wie Futures und Optionen, um sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten eine positive Rendite zu erwirtschaften. Außerdem setzte Jones Fremdkapital ein, um durch "Margin Trading" seine Performance zu hebeln.
Heutzutage sind Hedgefonds eigenständige Anlageinstrumente, welche jeweils unterschiedliche Strategien und Risikoprofile aufweisen. Somit ist es kaum möglich, alle Hedgefonds „über einen Kamm zu scheren“.
Ein paar der bekanntesten Hedgefonds-Strategien sind:
Long / Short Equity
Bei dieser Strategie werden Aktien aus fundamentalen oder technischen Gründen gekauft, während andere Aktien verkauft werden (Short Selling). Damit soll eine von der Gesamtentwicklung der Aktienmärkte weitgehend unabhängige Rendite erzielt werden.
Equity Hedge
Durch den gezielten Einsatz von Derivaten (Futures, Optionen...) werden die Aktienwerte eines Hedgefonds abgesichert und dadurch die Volatilität des Portfolios stark gesenkt.
Event Driven
Hedgefonds-Manager suchen nach Unternehmen, welche vor signifikanten Ereignissen wie z.B. Insolvenzen, Übernahmen oder Joint Ventures stehen, um von dieser Situation z.B. durch den Kauf oder Leerverkauf von Aktien zu profitieren.
Global Macro
Bei dieser Vorgehensweise versuchen die Hedgefonds-Manager makroökonomische Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen und durch den Einsatz von Derivaten von diesen zu profitieren. Somit hängt der Erfolg dieser Strategie vor allem von der wirtschaftlichen sowie der politischen Analyse der Manager ab.
Arbitrage
Bei Arbitragestrategien geht es darum, „risikolose“ Marktineffizienzen auszunutzen und davon zu profitieren. Es werden gleiche Waren (z.B. eine Aktie) auf unterschiedlichen Märkten zu unterschiedlichen Preisen an- und verkauft.
Managed Futures
Auf diese Strategie gehe ich in einem extra Artikel ein.
Man unterscheidet zwischen direktionalen (d.h. auf eine Richtungsbewegung setzenden) und marktneutralen Handelsansätzen. Weiterhin lassen sich die Vorgehensweisen der meisten Hedgefonds danach unterscheiden, ob es sich um einen diskretionären / qualitativen Ansatz handelt (bei dem der Hedgefonds-Manager aufgrund seines Sachverstandes entscheidet was ge- oder verkauft wird) oder um eine systematische / quantitative Investmentmethode (die Investmententscheidung trifft ein automatisiertes Handelssystem).
Eine sehr gute Vertiefung dieses Themas bietet u.a. dieser englischsprachige Wikipedia-Artikel.
Am kommenden Mittwoch gehe ich auf Managed Futures in einem gesonderten Artikel etwas ausführlicher ein...
Beste Grüße
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